Helmut Holter (Die Linke), Minister für Bildung, Jugend und Sport von Thüringen.Helmut Holter (Die Linke), Minister für Bildung, Jugend und Sport von Thüringen.
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Holter kann sich ukrainische Lehrer an Schulen vorstellen

16.03.2022

Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) hat sich für einen unkomplizierten Zugang ukrainischer Pädagogen in den Schuldienst ausgesprochen. «Wir wollen die ukrainischen Schülerinnen und Schüler integrieren. Wir wollen sie aber auch anbinden an dem, was in der Ukraine an Lehrplan, an Unterrichtsstoff vermittelt wurde», sagte er am Mittwoch im Landtag. Man dürfe daher nicht monatelang über die Anerkennung von Abschlüssen reden. «Wir brauchen einfache Beschäftigungsmöglichkeiten für den Schuldienst», forderte Holter.

Auch der CDU-Bildungspolitiker Christian Tischner sprach sich für Ausnahmegenehmigungen für ukrainische Pädagogen aus. Ihnen sollte es einfach erlaubt werden, ukrainische Kinder zu betreuen - auch ohne ein Berufsanerkennungsverfahren durchlaufen zu haben.

Die Kultusminister von Bund und Ländern hatten bereits signalisiert, ukrainische Lehrkräfte bei der Integration von Kindern und Jugendlichen in die deutschen Schulen mit einbinden zu wollen.

Tischner zählte auf, dass es durch die zu erwartenden großen Flüchtlingszahlen Schulmaterial, Sprachangebote, zusätzliche Räume und mehr Personal brauche. Auch eine Aufweichung des Betreuungsschlüssels brachte Tischner ins Spiel. «Es braucht Psychologen, es braucht Sozialarbeiter.»

Holter betonte, dass unklar sei, wie viele Flüchtlinge nach Thüringen kommen werden. «Wir bereiten uns darauf vor, dass viele kommen.» Im Bildungsministerium sei ein «Ukraine-Team» gebildet worden.

Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Thomas Hartung, empfahl, Ruhe zu bewahren. «Was wir auf gar keinen Fall brauchen, ist ein Schleifen unserer Qualitätsstandards», warnte er.

Grünen-Fraktionschefin Astrid Rothe-Beinlich sprach sich erneut für einen Nachtragshaushalt aus, um die Aufnahme der ukrainischen Flüchtlinge finanziell stemmen zu können. «Ich glaube, wir wissen alle noch nicht, wie viele hier ankommen werden, aber wir werden uns um alle sorgen», sagte sie.

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