Windräder drehen sich in einem Windpark.Windräder drehen sich in einem Windpark.
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50Hertz: Netzausbau muss schneller vorankommen

02.03.2022

Der Chef des ostdeutschen Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz hat einen schnelleren Netzausbau gefordert. Die von der Bundesregierung auf den Weg gebrachten Gesetze zum beschleunigten Ausbau von Erneuerbare-Energien-Anlagen seien wichtig, teilte 50Hertz-Chef Stefan Kapferer am Mittwoch in Berlin mit. «Die Politik darf aber nicht vergessen, dass die Energie aus Wind- und Photovoltaikanlagen auch zu den Verbrauchszentren transportiert werden muss.» Bei der Gesetzgebung müssten auch Maßnahmen berücksichtigt werden, die den dringend benötigten Netzausbau beschleunigen.

50Hertz ist für die Übertragung des Stroms in den ostdeutschen Bundesländern verantwortlich. Das Unternehmen hatte 2020 angekündigt, bis zum Jahr 2032 die gesamte Stromnachfrage im eigenen Versorgungsgebiet mit erneuerbaren Energien abdecken zu wollen. In den fünf Jahren von 2022 bis 2026 will 50Hertz nach eigenen Angaben bis zu 5,6 Milliarden Euro in Strom-Freileitungen, Land- und Seekabel sowie Umspannwerke investieren. Das sei fast doppelt so viel wie in den fünf Jahren davor.

2021 sind nach Unternehmensangaben im ostdeutschen Übertragungsgebiet rund 547 Megawatt (MW) Leistung aus Windkraftanlagen an Land hinzugekommen. In Spitzenjahren wie 2016 und 2017 waren es jeweils mehr als 1000 Megawatt. Diese Größenordnung wären 50Hertz zufolge auch erforderlich, um die derzeitigen Klimaschutzziele zu erreichen. Besser sieht es bei Photovoltaik-Anlagen aus. Hier sind im vergangenen Jahr laut 50Hertz rund 1670 Megawatt hinzugekommen.

Noch stärker als bisher setzt der Übertragungsnetzbetreiber künftig auf Offshore-Windenergie. Derzeit speist 50Hertz nach eigenen Angaben den Windstrom von vier Ostsee-Windparks mit rund 1000 Megawatt (1 Gigawatt) Leistung in sein Übertragungsnetz an Land ein. Bis 2030 sollen rund 7000 Megawatt Offshore-Windstrom eingespeist werden können. Dazu will 50Hertz weitere Windparks im Seegebiet zwischen Rügen und der dänischen Insel Bornholm, vor dem Darß und erstmals in der Nordsee ans Netz bringen, wie das Unternehmen ankündigte.

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