Ein Restaurator zeigt eine Waagschale und Opiumwaage., © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa
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Gothaer ethnologische Sammlung ist digital erschlossen

03.03.2022

Die Stiftung Schloss Friedenstein hat nach eineinhalb Jahren die Digitalisierung ihrer ethnologischen Sammlung abgeschlossen. Insgesamt wurden knapp 1000 der 3000 Objekte umfassenden Sammlung digitalisiert, wie die wissenschaftliche Leiterin des Projekts, Kerstin Volker-Saad, am Donnerstag in Gotha sagte. Künftig sollen fast 3900 Aufnahmen der erfassten Sammlungsgegenstände online veröffentlicht werden.

Seit Juli 2020 konnten bei der Bestandsaufnahme der Sammlung unter anderem auch knapp 400 bisher nicht inventarisierte Objekte im Depot wieder zugeordnet und sammlungsgeschichtliche Zusammenhänge aufgearbeitet werden, betonte Volker-Saad. So wurde unter anderem ein Bestand entdeckt, der auf den bedeutenden Orientforscher Ulrich Jasper Seetzen (1767-1811) zurückgeht.

Neben der Erfassung in der Datenbank galt es, die Objekte zu sichten, ihren Zustand zu dokumentieren und den Arbeitsaufwand für die Restauratoren einzuschätzen. Als Schwierigkeit stellte sich laut Volker-Saad heraus, dass Objekte im Zuge von Neustrukturierungen im Laufe der Zeit auf andere Sammlungsbereiche verteilt worden waren. «Informationen über ihre ursprüngliche Funktion in den Herkunftsländern, ihren Erwerb und ihre Einbettung in die herzogliche Sammlungsgeschichte waren nicht mehr oder nur noch unzureichend bekannt.»

Zum Gothaer Sammlungsschatz gehören demnach mehr als zwei Millionen Objekte aus Kunst, Kultur, Wissenschaft und Natur. Nur ein geringer Bruchteil davon kann in Ausstellungen präsentiert werden. Um die in den Depots gelagerten Bestände zugänglich zu machen, läuft bis zum Jahr 2027 das Projekt «Gotha Transdigital». Die Digitalisierung der ethnologischen Sammlung bildete den Auftakt dafür.

© dpa-infocom, dpa:220303-99-367320/3

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