Gilde: Marktschreier finden kaum noch NachwuchsGilde: Marktschreier finden kaum noch Nachwuchs
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Gilde: Marktschreier finden kaum noch Nachwuchs

17.11.2022

Wurst-Achim oder Aal-Hinnerk: Professionelle Marktschreier sind in Deutschland nach Angaben ihrer Gilde selten geworden. Nach vor allem altersbedingten Geschäftsaufgaben gehörten noch acht Händler zur Gilde der Marktschreier, sagte deren Manager Achim Borgschulze der Deutschen Presse-Agentur. «Das sind die letzten der Republik.» Noch vor etwa zehn Jahren habe es deutschlandweit etwa 50 bis 60 der lautstarken Händler gegeben, die mit lauten Sprüchen zum Kauf von Fisch, Wurst, Käse, Nudeln und Schokolade locken. «Nachwuchs gibt es nur ganz schwer», so Borgschulze.

Grund dafür sei, dass das Geschäft der Händler strapaziös sei. Die Präsenz auf den Verkaufsbühnen sei nur ein Teil ihrer Arbeit. Die sei gerade jetzt angesichts hoher Inflation und gestiegener Spritkosten schwerer geworden. Zudem nähmen Veranstaltungen auf Marktplätzen, die Haupteinnahmequelle dieser oft kleinen Unternehmen, zumeist die Wochenenden in Anspruch. «Das wollen heutzutage die wenigsten opfern.»

Seit Donnerstag machen die Marktschreier im südthüringischen Hildburghausen Station. Zum Auftakt verzeichneten sie bei regnerischem Wetter allerdings nur spärlichen Zuspruch. Bis zum Samstag sind laut Gilde fünf Händler vor Ort. Es ist die einzige Marktschreier-Station in diesem Jahr in Thüringen. Im nächsten Jahr steht Nordhausen auf dem Tourplan, wo im Februar Marktschreier-Tage geplant sind.

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© dpa-infocom, dpa:221117-99-556437/2

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