Die deutsche Weitspringerin Malaika Mihambo in Aktion., © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa
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Gesetz der Mihambo-Serie: «Mega-krasses Jahr» angekündigt

18.06.2023

Freundlich und geduldig stand Malaika Mihambo gut 45 Minuten vor der Haupttribüne, schrieb Autogramme und lächelte bei den Selfies mit ihren Fans. Mit 6,66 Metern gewann die Weitsprung-Olympiasiegerin das 25. Anhalt-Meeting und stellte ihre Jahresbestleistung auf. Trotz verzögertem Saisonbeginn, der durch eine Erkältung entstanden ist, sieht sie sich auf einem guten Weg. «Klar, den Trainingsausfall merkt man noch. Heute bin ich durch technische Fehler unter meinen Möglichkeiten geblieben», sagte die 29-Jährige der Deutschen Presse-Agentur.

Zugleich gab die zweifache Weltmeisterin Entwarnung: «Ich bin auf jeden Fall wieder fit. Es ist aber schon etwas schwierig. Es ist besser, krank zu werden, wenn man schon bei hundert Prozent war. Wenn man im Aufbau krank war, wirft einen das eben weiter zurück», erklärte Mihambo. Auf die WM in Budapest vom 19. bis 27. August blickt sie zuversichtlich. «Bis dahin wird wieder alles im Zeitplan sein».

Und dann ist noch das Gesetz der (Mihambo-)Serie. Bisher hat die Athletin von der LG Kurpfalz nach jedem Sieg beim Dessauer Anhalt-Meeting auch einen internationalen Titel geholt, was als gutes Omen gewertet werden kann. «Ich nehme das einfach als gutes Gefühl mit, aber konzentriere mich auf das, was in meiner Hand liegt. Ich möchte noch ein paar Dinge erreichen und bin sehr zuversichtlich, dass mir das gelingt», sagte Mihambo und ergänzte: «Ich habe schon so viel Tolles erreicht, dass es nicht sein muss. Ich freue mich, wenn es noch einmal passieren würde, aber ich versuche es locker zu sehen.»

Genau wie Mihambo hat auch Gina Lückenkemper dem Druck standgehalten und den 100 Meter-Sprint gewonnen. Mit 11,04 Sekunden im Endlauf lief die 26-Jährige vom SCC Berlin zwar keine Bestleistung, konnte ihr starke Form aber bestätigen. Dieser Formanstieg ist vor allem dem Training in den USA zu verdanken. «Ich darf in Florida mit Weltmeistern und Olympiasiegern trainieren. Ich bin dankbar für das Set-up. Ich profitiere unfassbar davon. Wenn ich eine Frage zur Sprinttechnik habe, kann ich einen Noah Lyles fragen und bekomme die geilste Erklärung», erzählte Lückenkemper begeistert.

«Für mich ist es aber auch immer wieder schön die Möglichkeit zu haben, vor heimischem Publikum zu laufen. Umso schöner, wenn wir die Leichtathletik auch im eigenen Land pushen und promoten können», sagte Lückenkemper und kündigte ein «mega-krasses Jahr» an: «Ich habe ja mit der WM im letzten Jahr immer noch eine Rechnung offen. Im Einzel waren die Zeiten zwar gut, aber im Halbfinale war schon wieder Schluss. Ich möchte einfach unbedingt mal in einem WM-Finale stehen. Das ist das große Ziel.»

Im Vorlauf ging schon ein Raunen durchs Stadion. Immerhin stand eine 10,98 auf der Anzeigentafel, doch der Rückenwind war unzulässig (2,3 m/s). «Aber so eine Zehn vor dem Komma ist schon schön», sagte die Europameisterin von München. Die zweitplatzierte Luxemburgerin Patrizia van der Weken lief im Vorlauf bei einem Rückenwind von 1,3 mit 11,02 Sekunden Meeting- und Landesrekord. Im Finale wurde sie mit 11,10 Sekunden Zweite vor der Kanadierin Khamica Bingham, die 11,25 Sekunden lief.

Bei den Männern überzeugte Julian Wagner vom LC Top Team Thüringen im 100-Meter-Vorlauf mit deutscher Jahresbestleistung in 10,11 Sekunden. Im Finale kam er hinter dem Polen Dominik Kopec (10,05) und dem Münchner Yannik Wolf (10,20) in 10,23 Sekunden auf Rang drei. Sein thüringischer Kollege Thomas Röhler konnte nicht mithalten. Der Speerwurf-Olympiasieger von Rio de Janeiro verbuchte 78,23 Meter im ersten Versuch, konnte sich dann nicht mehr steigern und wurde Fünfter. Den Sieg sicherte sich Weltmeister Anderson Peters aus Grenada mit 81,18 Metern.

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