Autos fahren am Morgen bei einsetzendem Regen auf einer Straße.
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Gefährliches Glatteis in Thüringen: Unfälle und Stürze

19.12.2022

Überfrierender Regen und Glatteis haben den Thüringern zu Beginn der Vorweihnachtswoche zu schaffen gemacht. Auf den vereisten Straßen ereigneten sich landesweit zahlreiche Unfälle - auf spiegelglatten Gehwegen kam es zu vielen Stürzen. Die Landeseinsatzzentrale verzeichnete bis zum Abend rund 300 Unfälle auf Thüringer Straßen. Zumeist wurden die Beamten zu kleinen Unfällen mit überwiegend Sachschäden gerufen, wie eine Sprecherin des Lagezentrums sagte. Es habe über den ganzen Freistaat verteilt ein hohes Unfallaufkommen gegeben.

In Erfurt sind bei zwei Unfällen ein Autofahrer und ein Schüler schwer verletzt worden. So wurde am Montag ein 13 Jahre alter Junge auf einem Fußgängerüberweg von einem Auto erfasst, wie die Landespolizeiinspektion in Erfurt mitteilte. Bei einem anderen Unfall in der Landeshauptstadt rutschte ein Fahrer mit seinem Auto in den Straßengraben. Der 33-Jährige erlitt schwere Verletzungen. Laut Polizei ereigneten sich seit dem Montagmorgen allein in Erfurt mehr als 90 Unfälle: Autos rutschten unter anderem gegen Hausmauern, Verkehrsschilder, Verteilerkästen, Poller und andere Fahrzeuge. Ein Wagen landete sogar in einem Flussbett - der Fahrer blieb unverletzt.

Bei der Landespolizeiinspektion Nordhausen kamen die Beamten am Montagvormittag mit der Unfallaufnahme nicht mehr hinterher. Die betroffenen Autofahrer mussten sich auf längere Wartezeiten einstellen. Zudem gab es in Nordthüringen teils keinen Schulbus- und Linienverkehr. Sowohl im Kyffhäuserkreis als auch im Kreis Nordhausen seien Montagfrüh aufgrund der Witterungsverhältnisse keine Schulbusse gefahren, sagte der zuständige Schulamtsleiter Bernd-Uwe Althaus. Die Schulen sicherten jedoch die Betreuung. Den Eltern sei es freigestellt, ihre Kinder zu Hause zu lassen.

In den meisten Schulen in Thüringen gab es am Montag Unterricht. Nur vereinzelt sei der Schulbetrieb abgesagt worden, dort sei aber eine Notbetreuung eingerichtet worden, wie eine Sprecherin des Bildungsministeriums sagte.

Die Krankenhäuser verzeichneten aufgrund der Witterung mehr Patienten. Im Helios Klinikum in Erfurt beispielsweise war die Notaufnahme am Montagvormittag voll. Wie eine Sprecherin sagte, kamen 75 Prozent der Patienten wegen Stürzen und Brüchen.

Der Deutsche Wetterdienst hatte auch für Thüringen eine Unwetterwarnung wegen Glatteis-Gefahr herausgegeben. Grund ist eine Wetterfront mit milderer Luft, die in der Nacht zu Montag von Westen her den Freistaat erreichte. Sie brachte Regen, der auf den kalten Boden fiel und dort zu Eis gefror. Das Regengebiet hatte am Vormittag bereits weite Teile Thüringens überquert.

Am Montagnachmittag lasse der Regen nach und es sei daher mit Entspannung zu rechnen, sagte Meteorologe Florian Engelmann. Im Werratal, Vogtland und in Teilen des Thüringer Waldes sei allerdings weiter große Vorsicht geboten, da es dort den ganzen Montag kalt und der Boden gefroren bleibe.

Wegen der Wetterlage blieb am Montag der egapark in Erfurt geschlossen. Die Sicherheit der Besucher des Garten- und Freizeitparks stehe im Vordergrund, teilte der egapark mit. Auch die Müllabfuhr in der Landeshauptstadt kapitulierte vor dem Wetter. Vereiste Straßen und spiegelglatte Gehwege machten eine gefahrlose Abholung der Abfallbehälter nicht möglich, teilte die Stadtverwaltung Erfurt mit. Die Müllabfuhr werde in den kommenden Tagen nachgeholt, hieß es.

Die Landesforstanstalt warnte indes vor dem Schlittschuhfahren auf zugefrorenen Waldteichen. Auch wenn diese oft äußerst idyllisch liegen und zum Wintersport förmlich einladen: Gewässer seien erst ab einer Eisdicke von mehr als 15 Zentimeter gefahrlos zu betreten, fließende Gewässer gar erst ab 20 Zentimeter, teilte der ThüringenForst mit.

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