Susanna Karawanskij (Die Linke), Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, spricht., © Michael Reichel/dpa
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Frühere Rehwild-Jagd beugt laut Ministerin Waldschäden vor

14.05.2022

Thüringens Agrarministerin Susanna Karawanskij (Linke) hat die verkürzte Schonzeit bei der Jagd auf Rehwild verteidigt. Mit einer seit diesem Jahr erlaubten früheren Jagd auf Rehböcke und Schmalrehe sollen Wildschäden durch Verbiss an Jungbäumen vermieden werden, sagte die Ministerin anlässlich des Landesjägertags am Samstag in Bad Blankenburg.

«Gerade die jungen Triebe der Waldbäume sind ein besonderer Leckerbissen für das Rehwild», sagte Karawanskij. Nach den massiven Waldschäden der vergangenen Jahre durch Stürme, Trockenheit und Borkenkäfer müssten die Aufforstung und der Waldumbau noch effizienter vorangebracht werden.

Einer bis 2027 gültigen Verordnung zufolge darf Rehwild in Thüringen nun bereits seit Anfang April und damit einen Monat früher als bislang gejagt werden. Die Ministerin verwies darauf, dass sich in neun anderen Bundesländern die Schonzeitverkürzung für den Aufwuchs an sensiblen Waldflächen als hilfreich erwiesen habe. Die frühere Jagd auf andere Wildarten in Thüringen dürfe nur nach vorheriger Prüfung in begründeten Einzelfällen genehmigt werden, sagte Karawanskij.

Der Landesjagdverband sieht die verkürzte Schonzeit kritisch. Die Vorverlegung der Jagdzeit auf Rehböcke und Schmalreh ins zeitige Frühjahr hinein sei tierschutzrechtlich bedenklich und führe auch nicht zu einer Reduzierung des Rehwildbestandes, sagte Verbandspräsident Ludwig Gunstheimer. Waldumbau sei eine Generationenaufgabe und könne nicht alleine mit der Büchse erfolgen. Thüringens Jäger forderten zugleich Lebensraum für die Wildtiere des Waldes, die Ruhezonen und Äsungsflächen bräuchten.

Der Verband zählt in Thüringen nach eigenen Angaben mehr als 7000 Mitglieder und vertritt damit mehr als die Hälfte der Jäger im Freistaat.

© dpa-infocom, dpa:220514-99-285222/2

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