Andreas Bausewein (2.vl, SPD) und Reinhard Schramm freuen sich beim Public Viewing über die Aufnahme in die Liste des Unesco-Weltkulturerbes., © Michael Reichel/dpa
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Freudentränen und Jubel: Erfurt bekommt Welterbe-Status

17.09.2023

Die Aufnahme des jüdisch-mittelalterlichen Erbes von Erfurt auf die Unesco-Welterbeliste ist in Thüringen mit großem Jubel aufgenommen worden. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) lobte die drei ausgezeichneten Bauwerke in der Altstadt als bauliche Kleinode, die auf einmalige Weise vom friedlichen Miteinander jüdischer rund christlicher Gemeinschaften im Mittelalter zeugten.

Der Welterbe-Titel stärke das gemeinsame Bemühen von Stadt und Land, diese historischen Stätten zu erhalten und ihre wechselvolle Geschichte öffentlich zu vermitteln. «Möge von Thüringen mit dieser Entscheidung die Botschaft eines Lebens in Vielfalt und friedlichem Miteinander ausgehen», erklärte Ramelow nach der Entscheidung für den Erfurter Welterbe-Status.

Der Oberbürgermeister von Thüringens Landeshauptstadt, Andreas Bausewein (SPD), sah darin die Krönung einer jahrelangen, akribischen Vorbereitung. «Jetzt, da Erfurt mit dem Welterbetitel geadelt wurde, müssen und werden wir diesen Schatz hüten und wahren wie unseren Augapfel.»

Bausewein hatte die Sitzung des zuständigen Unesco-Komitees in Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad am Sonntag gemeinsam mit rund 200 Gästen im Festsaal des Rathauses live auf zwei Monitoren verfolgt. Nach der Verkündung brach großer Jubel aus, einige hatten vor Freude Tränen in den Augen.

Erfurt sieht mit dem Welterbe-Status die Verpflichtung, die Alte Synagoge, das mittelalterliche Ritualbad sowie das sogenannte Steinerne Haus, ein historisches Wohngebäude, zu pflegen und weiter zu erforschen. So wird in der Stadt beispielsweise an der Idee für ein Welterbezentrum hinter dem Rathaus gearbeitet.

Der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde, Reinhard Schramm, sieht in dem Welterbetitel einen Anziehungspunkt für Touristen. Auch die jüdischen Gemeindemitglieder würden sich nun noch mehr zu Hause fühlen. Schramm hofft im Zuge des Welterbetitels zudem auf ein koscheres Restaurant in Erfurt.

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