Die Luchskater «Looki» liegt in seinem Gehege., © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
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Experten beraten in Eisenach zur Situation der Luchse

11.10.2022

Knapp 80 Experten aus 20 Ländern sind am Dienstag in Eisenach zu einer zweitägigen Sitzung zusammengekommen, um über die aktuelle Situation des Luchses in Europa zu sprechen. «Aufgrund seiner zentralen Lage kommt Thüringen eine herausragende Rolle bei der Vernetzung der Luchspopulationen Mitteleuropas zu», sagte Marco Heurich, wissenschaftlicher Koordinator des Netzwerkes Eurolynx, zur Wahl des Tagungsortes. Neben methodischen Fragen und neuesten Forschungsergebnissen steht nach Angaben des BUND Thüringen auch die Frage auf der Tagesordnung, wie die Luchsvorkommen Mitteleuropas besser miteinander verbunden werden können.

Eine Vernetzung der verschiedenen Luchspopulationen wäre dringend notwendig, damit es einen genetischen Austausch der Vorkommen geben kann, wie der Projektkoordinator Luchs beim BUND Thüringen, Markus Port, erläuterte. Allerdings ist es bereits in Deutschland schwierig, den Luchsen Wanderungen etwa zwischen dem Harz, Thüringen und dem Bayerischen Wald zu ermöglichen. Im Luchsprojekt des BUND Thüringen sollen deshalb unter anderem Tiere aus den rumänischen Karpaten im Freistaat angesiedelt werden. Zudem soll im Wildkatzendorf Hütscheroda (Wartburgkreis) Luchsnachwuchs groß gezogen und später ausgewildert werden. Im Jahr 2024 soll es nach Ports Worten losgehen.

Bei der Tagung in Eisenach sollen weitere Ansiedlungsprojekte im europäischen Raum vorgestellt werden. Aus wissenschaftlicher Sicht soll unter anderem das Ausbreitungsverhalten der Großkatzen mit den charakteristischen Pinselohren betrachtet werden.

© dpa-infocom, dpa:221011-99-85182/3

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