Erneut Wolfsmischlinge in Thüringen nachgewiesenErneut Wolfsmischlinge in Thüringen nachgewiesen
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Erneut Wolfsmischlinge in Thüringen nachgewiesen

12.08.2022

In Thüringen sind erneut Wolfsmischlinge nachgewiesen worden. Eine Aufnahme aus einer Fotofalle aus dem Revier der Wölfin im Bereich des Ortsteils Zella/Rhön der Gemeinde Dermbach (Wartburgkreis) zeige fünf Tiere im Alter von etwa zwölf Wochen, teilte das Umweltministerium am Freitag in Erfurt mit. Nach Einschätzung des Kompetenzzentrums Wolf im Thüringer Umweltministerium handelt es sich dabei eindeutig um sogenannte Wolf-Hund-Hybriden, die entstehen, wenn sich Wölfe mit Hunden paaren.

Solche Tiere, die wie im vorliegenden Fall mindesten drei Monate alt sind, müssen laut Bundesnaturschutzgesetz abgeschossen werden. Dadurch soll der Fortbestand der nach europäischem und nationalem Naturschutzrecht streng geschützten Wölfe gewährleistet werden. Zuständige Behörde für die Genehmigung und Kontrolle des Abschusses ist das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz.

Das Landesamt und das Ministerium werden das weitere Vorgehen untereinander abstimmen, hieß es weiter. Dies werde in Zusammenarbeit mit der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes für den Wolf und der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung in Eberswalde geschehen.

Unterdessen hat der Naturschutzbund Thüringen Weidetierhalter aufgefordert, sich zum Schutz vor Wolfsrissen Herdenschutzhunde anzuschaffen. Dies könne von der Landesregierung gefördert werden, erklärte Silvester Tamás, der Sprecher der Landesarbeitsgruppe Wolf und Luchs beim Nabu. Auch Herdenschutzzäune könnten bis zu 100 Prozent gefördert werden. Hintergrund der Forderung war nach Angaben der Naturschützer, dass es in den vergangenen Monaten im Landkreis Schmalkalden-Meiningen und im Wartburgkreis wiederholt zu Rissen an Weidetieren gekommen sei.

Würden keine Schutzmaßnahmen ergriffen, gewöhne sich der Wolf schnell an die leichte Beute. Wölfe könnten so förmlich auf die Nutzung von Schafen und Ziegen konditioniert werden, unterstrich Tamás. «Aus diesem Grund tragen Weidetierhalter auch eine Mitverantwortung an Problemen, die daraus entstehen können.»

© dpa-infocom, dpa:220812-99-366077/2

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