Dortmunds Justin Njinmah (l) und Dresdens Dennis Borkowski kämpfen um den Ball., © Oliver Kaelke/Defodi Images/dpa
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Dynamo siegt in Dortmund - Aue gewinnt vor Sachsen-Derby

12.03.2023

Dynamo Dresden gewinnt bei den Schwarz-Gelben: Dank hoher Effizienz hat Dynamo Dresden bei Borussia Dortmund II mit 3:1 (3:0) gewonnen. Dafür reichte den Elbestädtern am Sonntag vor über 7000 mitgereisten Fans im Signal Iduna Park eine gute Viertelstunde. Drei Chancen, drei Tore: Torjäger Stefan Kutschke (6. Minute) verwertete eine Arslan-Flanke per Kopf ins Tor, ehe Jakob Lemmer (8.) aus Nahdistanz von der rechten Seite erhöhte. Der zuvor gefoulte Kutschke nutzte dann die Chance vom Elfmeterpunkt (17.) zum 3:0 und schraubte sein Torkonto auf acht Treffer in dieser Saison.

«Wir haben gegen eine richtig gute Mannschaft gespielt, es ist eine Mannschaft, die von oben verstärkt wurde. Die zweite Halbzeit war zu fahrlässig, wir müssen hinten heraus das 4:1 machen», sagte Dynamos Trainer Markus Anfang «MagentaSport». Zu Kutschke meinte er: «Er ist einer, der vorneweg geht, das hilft uns natürlich gewaltig.»

Die Gastgeber erholten sich nach einer halben Stunde und stellten Dynamo vor insgesamt 13.550 Zuschauern immer wieder vor Probleme. Vor allem nach dem Anschlusstreffer von Justin Njinmah (53.) erhöhte der BVB den Druck. Spielerisch wusste die Borussia-Reserve zu gefallen, im Angriff fehlten jedoch die Durchschlagskraft sowie die Präzision beim letzten Ball. Dynamo-Trainer Markus Anfang, der mit seinem Team 2023 weiter ungeschlagen bleibt, nahm Kutschke in der 68. Minute vom Platz. Direkt danach hätte Dynamo erneut einen Elfmeter bekommen müssen, als Tom Rothe im Strafraum Lemmer beim Spielen eines Querpasses resolut abgrätschte. In der 82. Minute verhinderte Thomas Meunier auf der Linie einen weiteren Lemmer-Treffer.

Aue mit Doppelpacker Nazarov ins Sachsen-Derby: Erzgebirge Aue ist vor dem Sachsen-Derby beim FSV Zwickau wieder in der Erfolgsspur. Dank Doppelpacker Dimitrij Nazarov, der zwei Elfmeter sicher verwandelte, tauschten die Sachsen mit Tabellennachbar Rot-Weiss Essen die Plätze in der Tabelle und kletterten auf Rang elf. Mehr als der Anschlusstreffer durch den eingewechselten Thomas Eisfeld gelang den Gästen beim 2:1 der Erzgebirger nicht. Dennoch bilanzierte Aues Trainer Pavel Dotchev, dass «wir auch ein bisschen glücklich gewonnen haben». Der Weg zurück zum Kumpeltyp Dotchev zahlt sich für Aue immer mehr aus. Der ehemalige Sportdirektor, der den Club schon einmal in die zweite Liga zurückführte, hat derzeit einen Punkteschnitt von 2,11 pro Spiel.

Dagegen wetterte Essens Coach Christoph Dabrowski mit der Schiedsrichterentscheidung: «Verraten sie mir hier, wo das ein Elfmeter ist. Der Schiedsrichter sitzt jetzt wieder in der Kabine und entschuldigt sich. Aber eigentlich sage ich jetzt schon wieder zu viel… Ich bin's leid.»

So bangte Aue nach dem Anschluss noch um den Sieg. «Da war für mich keine Sekunde dabei, wo ich gedacht habe, das Spiel ist entschieden. Essen hat viele Sachen sehr gut gemacht.» Aber auch Nazarov hätte alles klarmachen können, Essen-Keeper Gerhard Golz rettet per Faust. «Es wäre hochverdient, mindestens das Spiel auszugleichen», meinte Dabrowski.

Zwickau verschenkt Sieg in letzter Sekunde: Bitterer Ausgang für tapfer aufspielende Zwickauer bei Viktoria Köln. Mit der letzten Aktion in der vierten Minute der Nachspielzeit verhinderte der Kölner Jamil Siebert den Auswärtssieg der Westsachsen im dritten Spiel unter dem neuen Trainer Ronny Thielemann. Beim 1:1 hatte Johan Gomez die Gäste in Führung gebracht. Mit 24 Punkten bleibt Zwickau auf einem Abstiegsplatz und ist nun im Sachsen-Derby gegen Aue gefordert.

Die Kölner waren in der ersten Halbzeit die aktivere Mannschaft, aber völlig harmlos vor dem FSV-Tor. Die Zwickauer waren effizienter, nutzten gleich die zweite Chance zur Führung. Ein langer Ball von Jan Löhmannsröben erreichte am gegnerischen Strafraum Dominic Baumann, der den Ball zu Gomez weiter köpfte. Der 21 Jahre alte US-Amerikaner vollendete aus rund 14 Metern ins lange Eck und ließ Kölns Schlussmann Ben Voll bei seinem fünften Saisontreffer keine Chance.

«Viktoria hatte mehr Spielanteile, die wir gut verteidigt haben. Dass in der letzten Aktion ein Fehler passiert, ist natürlich ärgerlich. Aber wir werden wieder aufstehen», sagte FSV-Trainer Thielemann und ergänzte: «Die neue Stärke wäre es gewesen, wenn wir drei Punkte mitgenommen hätten.» Die soll nun gegen Aue nachgewiesen werden: «Wir wollen in der englischen Woche die nächsten Punkte einfahren. Beim Derby zählt die Tagesform.»

Halle bleibt unter Ristic ungeschlagen: Der Hallesche FC ist auch im vierten Spiel unter dem neuen Trainer Sreto Ristic ungeschlagen geblieben. Nun wartet mit Viktoria Köln die nächste Herausforderung. Die Saalestädter trennten sich bereits am Freitag vom SC Verl 2:2 und holten dabei einen 0:2-Rückstand auf. Durch den Punktgewinn sind die Hallenser in der Tabelle an Aufsteiger Bayreuth vorbeigezogen und liegen auf dem 15. Platz. «Ich hätte nicht gedacht, dass wir die ersten 20 Minuten so verschlafen. Die Mannschaft war da gar nicht auf dem Platz. Danach haben wir gezeigt, was in uns steckt. Wir sind mutig geworden und hatten nichts mehr zu verlieren», sagte Ristic und betonte: «Es ist aller Ehren wert, dass wir hier auswärts nochmal zurückkommen, daher ein Riesen-Kompliment an meine Mannschaft.»

Ohne den verletzten Kapitän Jonas Nietfeld war Halle in der Defensive total verunsichert. Erst nach einer halben Stunde weckte der HFC auf. Dank kam noch die unfreiwillige Unterstützung von Niclas Thiede dazu: Ein harmloser Distanzschuss von Deniz rutschte dem Verler Keeper durch die Hände. Zimmerschied gelang der verdiente Ausgleich. «In der ersten halben Stunde haben wir kein Land gesehen, so ehrlich muss man sein. Nach der Führung hat man schon eine gewisse Verunsicherung gespürt. Dann hat vieles nicht funktioniert. Wir sind dann aber mutiger angelaufen und haben mehr probiert.»

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