Ein Absperrband wird vor einem Polizeiwagen ausgerollt.
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Durchsuchungen wegen Verdachts auf Abrechnungsbetrug

20.01.2023

Im Zuge eines Ermittlungsverfahrens wegen des Verdachts auf Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen werden seit den frühen Morgenstunden in Thüringen sechs Medizinische Versorgungszentren (MVZ) durchsucht. Das teilte das Landeskriminalamt Thüringen am Freitagmorgen mit. Dies betreffe den Raum Erfurt sowie Rudolstadt, Jena, Kahla und Suhl. Die MVZ werden von einem Unternehmen betrieben. Durchsucht würden auch private Wohnräume. Ziel ist es laut Polizei, Beweise zu sichern.

Insgesamt sind den Angaben zufolge 90 Kräfte des Landeskriminalamtes (LKA) im Einsatz sowie eine Hundertschaft der Bereitschaftspolizei und IT-Fachkräfte regionaler Kriminalpolizeiinspektionen.

Das Ermittlungsverfahren führt die Staatsanwaltschaft Meiningen. Gegen wie viele Beschuldigte sich die Ermittlungen richten, wollten Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft auf Nachfrage nicht sagen. Die Durchsuchungsmaßnahmen dauerten derzeit noch an und könnten sich länger hinziehen, hieß es.

Von wem die Hinweise auf möglichen Abrechnungsbetrug kamen, wurde nicht mitgeteilt. Es habe sich um einen öffentlichen Hinweis gehandelt, sagte eine LKA-Sprecherin lediglich. Medizinische Versorgungszentren rechnen ambulante Behandlungen ebenso wie niedergelassene Ärzte über die Kassenärztlichen Vereinigungen ab. Häufig werden auch Krankenkassen auf Ungereimtheiten aufmerksam, auch Patienten können Hinweise geben.

Die Behörde in Meiningen ist Thüringens Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Kriminalität im Gesundheitswesen. In den vergangenen Jahren führte sie nach Angaben eines Sprechers zwischen 30 und 60 Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Abrechnungsbetrug.

© dpa-infocom, dpa:230120-99-289995/3

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