IHK-Erfurt-Geschäftsführerin Cornelia Haase-Lerch während einer Pressekonferenz.IHK-Erfurt-Geschäftsführerin Cornelia Haase-Lerch während einer Pressekonferenz.
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Corona, Preise und Lieferprobleme bremsen Aufschwung aus

03.02.2022

Nach Einschätzung der Erfurter und der Geraer Industrie- und Handelskammer (IHK) ist die Stimmung bei den Unternehmen im Kammerbereich stark getrübt. Nach der aktuellen Konjunkturumfrage der beiden Kammern rechnen rund ein Drittel der Betriebe in Mittel-, Nord- und Ostthüringen für das laufende Jahr mit schlechter laufenden Geschäften. «Je kleiner die Unternehmen sind, umso größer die Probleme», sagte IHK-Erfurt-Geschäftsführerin Cornelia Haase-Lerch am Donnerstag in Erfurt. «Die Unternehmen sind aus unserer Einschätzung ein ganzes Stück davon entfernt, dass wir wieder von einer normalen Situation sprechen können.» Die angestrebte konjunkturelle Erholung werde ein langjähriger und steiniger Prozess.

Noch vor den Folgen der Corona-Krise prägten die gestiegene Preise für Energie und Rohstoffe der Umfrage zufolge die aktuelle Situation. «Der Anteil der Unternehmer, die diesen Faktor als Risiko angeben, liegt inzwischen bei fast 75 Prozent und damit so hoch, wie noch nie seit Beginn der Befragung im Jahr 2011», sagte Haase-Lerch. Hinzu kämen andauernde dramatische Engpässe bei Material und Fachkräften. «Lieferschwierigkeiten, Preissteigerungen, Pandemiefolgen und Fachkräftemangel lassen viele ostthüringer Unternehmen mit dem Rücken zur Wand stehen», sagte IHK-Konjunkturexperte Christoph Adler.

Die Befragung fand von Mitte Dezember 2021 bis Mitte Januar 2022 statt. Befragt wurden rund 700 Unternehmen aus Nord-, Mittel- und Westthüringen aus den Branchen Industrie, Bau, Verkehr, Handel, Gastronomie und Dienstleistungen sowie rund 420 Unternehmen aus Ostthüringen. Unter den Betrieben waren sowohl solche, die von der Pandemie profitierten als auch solche darunter litten.

Die drei Thüringer IHKs forderten, auf weitere inzidenzbasierte Verschärfungen zu verzichten, Lockerungen einzuleiten und die Gültigkeit neuer Corona-Verordnungen auf maximal zwei Wochen zu begrenzen. Die angekündigte 3G-Regelung hebe die Ungleichbehandlung nicht auf, sagte Adler. Die G-Regelungen gingen laut IHK vor allem auf Lasten der kleinen Läden. «Aus unserer Sicht müssen die G-Regeln im Einzelhandel komplett fallen», sagte Haase-Lerch.

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© dpa-infocom, dpa:220203-99-959597/2

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