Max Otte, Vorsitzender der Werteunion und CDU-Parteimitglied., © Kay Nietfeld/dpa/Archivbild
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Bundespräsidentschaft: Otte hielt Vortrag bei Thüringer AfD

11.02.2022

Der umstrittene Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten, Max Otte, hat im vergangenen Jahr einen Vortrag vor der Thüringer AfD-Landtagsfraktion mit ihrem Vorsitzenden Björn Höcke gehalten. «Er hielt einen Vortrag zu den makroökonomischen Folgen der Corona-Politik für die deutsche Wirtschaft», sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Torben Braga, am Freitag in Erfurt. Zuvor hatte der MDR darüber berichtet. «Solche Vorträge auf Klausuren dienen der internen Meinungsbildung und der Vorbereitung parlamentarischer Initiativen der Fraktion», sagte Braga dem Sender.

Otte war damals CDU-Mitglied. Im Januar dieses Jahres wurde bekannt, dass die AfD den damaligen Chef der erzkonservativen Werteunion zu ihrem Kandidaten für die Wahl des Bundespräsidenten machen will. Otte nahm die Nominierung an, was Empörung auch in weiten Teilen der CDU und der Werteunion auslöste. Die CDU entzog Otte Ende Januar alle Mitgliederrechte. Später gab Otte bekannt, sich nach seiner Kandidatur aus der aktiven Parteipolitik zurückziehen zu wollen.

Der Bundespräsident soll am Sonntag in Berlin von der Bundesversammlung gewählt werden. Ottes Kandidatur gilt als chancenlos, eine Wiederwahl des bisherigen Amtsinhabers, Frank-Walter Steinmeier, als wahrscheinlich.

Die Thüringer AfD mit ihrem Landespartei- und Fraktionschef Höcke wird als Landesverband vom Landesverfassungsschutz als gesichert extremistisch eingestuft und als Beobachtungsobjekt geführt. Bundesverfassungsschutzchef Thomas Haldenwang hatte Höcke im Jahr 2020 als Rechtsextremisten bezeichnet.

Braga sagte, Otte sei nicht der einzige Referent aus einer anderen Partei gewesen, der auf einer AfD-Veranstaltung einen Vortrag gehalten habe. «Das ist nicht unüblich.» Anlass für Ottes Vortrag sei eine AfD-Fraktionsklausur gewesen. Im Anschluss an den Auftritt habe es einen Fragerunde gegeben. Die Fraktion habe ihn als einen externen Sachverständigen eingeladen, der zu dem Fachthema sprechen sollte.

© dpa-infocom, dpa:220211-99-86060/3

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