Michael Brychcy, Präsident des Gemeinde- und Städtebundes, spricht bei einer Pressekonferenz.Michael Brychcy, Präsident des Gemeinde- und Städtebundes, spricht bei einer Pressekonferenz.
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Brychcy: Müssen über Windanlagen im Wald reden

08.11.2022

Angesichts der Herausforderungen beim Klimaschutz hat der Präsident des Thüringer Gemeinde- und Städtebundes, Michael Brychcy, dazu aufgerufen, auch über Windkraftanlagen im Wald zu sprechen. «Wenn wir uns vorher Tabuzonen auferlegen, wie wollen wir dann Klimaziele erreichen», sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Erfurt. Er wisse, dass es manche seiner Partei-Kollegen nicht gern hörten. «Wir brauchen Windanlagen, wenn wir uns verändern wollen», machte Brychcy klar.

In Thüringen sind Windkraftanlagen auf Waldflächen derzeit tabu. Dafür hatte die CDU gesorgt, für Rot-Rot-Grün war das Verbot ein Zugeständnis angesichts fehlender Mehrheiten im Parlament. Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) hatte aber am Montag dafür plädiert, das Waldgesetz noch in dieser Legislatur zu ändern, um Windräder auf Waldflächen zu ermöglichen.

Als ein Argument führte sie an, dass es große sogenannte Kalamitätsflächen - also Waldflächen, die von größeren Schäden durch Dürre oder Borkenkäfer betroffen sind - gebe. Gerade auf solchen Flächen könnten Windräder stehen.

Die Thüringer Landesregierung, der Gemeinde- und Städtebund und der Thüringische Landkreistag unterzeichneten am Dienstag nach einer Kabinettssitzung einen Klimaschutzpakt. Er soll den Kommunen mehr Investitionen in den Klimaschutz und in Maßnahmen zur Klimaanpassung ermöglichen. Geplant sei, dass in den Jahren 2023 und 2024 jeweils 50 Millionen Euro als zusätzliche finanzielle Unterstützung für die Kommunen zur Verfügung stehen, erläuterte Siegesmund.

Die Kreise, Städte und Gemeinden sollen aber selbst entscheiden, wie sie das Geld einsetzen. Das Spektrum reiche von Solaranlagen auf Rathäusern, über die Umrüstung auf eine sparsame Straßenbeleuchtung bis hin zu Sonnensegeln zum Hitzeschutz in Kindergärten, heißt es vom Umweltministerium. Sowohl Brychcy als auch Thomas Budde, Geschäftsführer des Landkreistages, lobten die Vereinbarung. «Wir müssen uns um unser Klima kümmern. Wir müssen da richtig was tun», sagte Budde. Bei den Landkreisen stehe das Thema ganz oben auf der Agenda.

© dpa-infocom, dpa:221108-99-433299/2

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