Bildungsministerium: Rasse kein wissenschaftlicher Begriff
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Bildungsministerium: Rasse kein wissenschaftlicher Begriff

20.03.2023

Das Thüringer Bildungsministerium hat für Schulen im Freistaat eine Broschüre zur kritischen Auseinandersetzung mit dem Rassen-Begriff veröffentlicht. «Dass die Vorstellung von Menschenrassen wissenschaftlich unhaltbar und klar widerlegt ist, spiegelt sich bereits seit Langem in den Thüringer Lehrplänen wider», sagte Bildungsminister Helmut Holter (Linke) am Montag. Es bedürfe aber dennoch «immer wieder konkreter fachlicher Darlegungen, damit aus theoretischer Faktenlage auch tatsächliches Wissen und daran anknüpfend demokratische Überzeugung werden kann.»

Am Dienstag ist der Internationale Tag gegen Rassismus. Die nun veröffentlichte Broschüre behandelt die «Jenaer Erklärung» aus dem Jahr 2019, eine «wissenschaftliche Stellungnahme, die das «Konzept der Rasse» sowie den Rassismus in den Wissenschaften und der Öffentlichkeit kritisch und aktuell hinterfragt», wie es in der Broschüre heißt.

«Aktiv gegen jegliche Form des Rassismus und gegen Diskriminierung in den Schulen zu wirken, ist eine Verpflichtung für alle Lehrkräfte, für alle Pädagoginnen und Pädagogen in Thüringen», sagte Holter. Die Handreichung sei auch ein Beitrag zur Demokratiebildung an den Schulen.

Uwe Hoßfeld von der Friedrich-Schiller-Universität Jena, einer der Autoren der Broschüre, sagte, es gebe alle möglichen Formen von Diskriminierung. «Und die Biologie - hier frühzeitig im Unterrichtsfach Biologie dafür sensibilisiert - darf niemals mehr eine Grundlage für solche Diskriminierungen sein.» Heutzutage reiche ein Blick in die menschliche DNA, um festzustellen, dass es «kein einziges Gen» und «noch nicht mal ein einziges Basenpaar» gebe, welches «rassische» Unterschiede begründen würde. «Letzteres sind die kleinsten Bausteine des Erbguts», sagte Hoßfeld, der an der Uni Jena Leiter der Arbeitsgruppe Biologiedidaktik ist.

© dpa-infocom, dpa:230320-99-25186/2

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