Bauprojekte könnten wegen Preissteigerungen wegfallenBauprojekte könnten wegen Preissteigerungen wegfallen
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Bauprojekte könnten wegen Preissteigerungen wegfallen

24.07.2022

Die hohen Material- und Energiepreise bringen kommunale Bauprojekte nach Einschätzung des Bauindustrieverbands Hessen-Thüringen in die Bredouille. «Wir rechnen in der zweiten Jahreshälfte schon damit, dass Projekte wegfallen werden» sagte der Geschäftsführer des Verbandes, Burkhard Siebert, der Deutschen Presse-Agentur. Andere würden sich verschieben. Vielen Kommunen fehle das Geld im Haushalt, um gestiegene Preise für Straßenbau- oder Kanalarbeiten und andere Vorhaben auszugleichen.

Größere Baustopps gebe es aber noch nicht im Freistaat, sagte Siebert weiter - mit einer Ausnahme: Die Stadt Jena hatte Ende Juni den Bau eines großen Parkhauses auf dem Inselplatz gestoppt. Grund waren nach Angaben der Stadt enorm gestiegene Baukosten in Folge des Ukraine-Krieges. Das Projekt sei beim Start mit 9 Millionen Euro veranschlagt gewesen, die Kosten seien aber auf 31 Millionen gestiegen. «Immer da, wo es um hoch komplizierte Ingenieurbauwerke geht, wird es einfach teurer», sagte Siebert.

Auch im Wohnungsbau geht Siebert davon aus, dass etliche Projekte erst einmal auf Eis gelegt werden. Die privaten Häuslebauer müssten neben den Preissteigerungen auch mit dem Zinsanstieg kämpfen. Und auch Investoren stellten größere Bauprojekte zurück. Gerade im Hochbau brauche es viel Stahl - der habe sich aber durch den Krieg massiv verteuert. Das liege auch daran, dass große Stahlwerke in der Ukraine liegen und nun nicht mehr produzieren. «Und deswegen glaube ich auch, dass wir das Ziel von 400 000 Wohnungen jährlich in Deutschland nicht erreichen. Wir können froh sein, wenn wir bei 250 000 sind.»

© dpa-infocom, dpa:220724-99-136054/2

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