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Arbeitslosigkeit zum Jahresende in Thüringen gestiegen

04.01.2022

Der Thüringer Arbeitsmarkt ist bislang glimpflich durch die Corona-Krise gekommen. Zwar nahm die Zahl der Arbeitslosen zum Jahresende saisonbedingt zu, wie die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag mitteilte. Doch entspreche der Anstieg dem Vorpandemiejahr 2019. Im Dezember 2021 waren im Freistaat 54.600 Männer und Frauen ohne Job. Das waren 1500 Erwerbslose mehr als im November, aber 10.300 weniger als im Dezember 2020.

Die Arbeitslosenquote stieg im Monatsvergleich leicht auf 4,9 Prozent. Das ist dennoch die niedrigste Quote unter den Ost-Ländern. «Der Arbeitsmarkt in Thüringen zeigt sich weiterhin sehr robust», sagte der Chef der Regionaldirektion, Markus Behrens. Trotz des um diese Jahreszeit üblichen Anstiegs der Arbeitslosigkeit war das den Angaben zufolge der niedrigste Dezemberwert seit 1991.

Arbeitgeber halten sich in den Wintermonaten insbesondere in Berufen, wo Menschen im Freien arbeiten, bei Neueinstellungen zurück. Das betrifft zum Beispiel die Landwirtschaft oder den Bau. Dennoch steige der Bedarf an Fachkräften. So seien derzeit 5100 freie Stellen mehr gemeldet als noch vor einem Jahr. Auch zeigten die Unternehmen im Dezember für etwa 7800 Beschäftigte Kurzarbeit an. Das waren mehr als noch im November, als für 4500 Arbeitnehmer Kurzarbeit angezeigt wurde. Betroffen seien vor allem Gastronomie, Beherbergung und persönliche Dienstleistungen.

Erstmals seit April erhöhte sich zum Ende des Jahres saisonbedingt auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Thüringen wieder. So waren den Angaben zufolge im Dezember 22.700 Männer und Frauen länger als ein Jahr ohne Job und damit 100 mehr als im November und 100 mehr als im Dezember 2020. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Erwerbslosen stieg damit in Thüringen innerhalb eines Jahres um 6,7 Prozentpunkte auf 41,5 Prozent.

Im Schnitt waren im vergangenen Jahr laut der Regionaldirektion 62.200 Menschen in Thüringen ohne Arbeit - 4500 weniger als 2020. Arbeitgeber meldeten im vergangenen Jahr 55.400 neue Arbeitsstellen. Das waren 7300 mehr als 2020. Behrens rechnet damit, dass die Arbeitslosigkeit auch in den kommenden Monaten dem typischen Saisonmuster folgt und nach einem weiteren Anstieg im Winter dann im Zuge der Frühjahrsbelebung wieder zurückgeht.

Der Stichtag für die Erfassung der Arbeitsmarktdaten war nach Angaben der Regionaldirektion der 13. Dezember 2021.

© dpa-infocom, dpa:220103-99-578125/5

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