Wolken ziehen über ein Schild der Agentur für Arbeit., © Carsten Koall/dpa/Symbolbild
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Arbeitslosigkeit in Thüringen gestiegen: Weniger Stellen

31.01.2023

Die Arbeitslosenzahl ist zu Jahresbeginn in Thüringen gestiegen - gleichzeitig ging das Stellenangebot zurück. Darauf verwies die Regionaldirektion der Bundesarbeitsagentur am Dienstag bei der Vorlage der Arbeitsmarktdaten für Januar. Danach waren im ersten Monat 2023 im Freistaat insgesamt 66.200 Menschen ohne Job, 5400 mehr als im Dezember. Agentur-Geschäftsführer Markus Behrens sprach von einem saisonbedingten Anstieg.

Die Arbeitslosenquote stieg um 0,5 Punkte auf 6,1 Prozent. Im bundesweiten Vergleich lag Thüringen mit dieser Quote unter der von Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Bremen sowie allen ostdeutschen Bundesländern.

Arbeitgeber sind laut Behrens angesichts der konjunkturellen Unsicherheit zurückhaltend mit neuen Stellenmeldungen. Das wirke sich inzwischen auch auf den Bestand an Stellen aus, der im Vergleich der Vormonate zurückgehe.

Unter den Arbeitslosen waren 20 500 Menschen, die seit mehr als einem Jahr ohne Arbeit sind. Das waren 690 Langzeitarbeitslose mehr als im Dezember 2022, aber 2600 weniger als im Januar 2022. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen sank von 39,1 Prozent auf jetzt 30,9 Prozent. Von den Arbeitsagenturen als arbeitslos erfasst waren auch 6200 Menschen, die wegen des russischen Angriffskriegs aus der Ukraine nach Thüringen kamen. Das waren etwa 400 mehr als im Dezember.

«Über den Jahreswechsel steigt die Arbeitslosigkeit üblicherweise, so war es auch im Januar 2023. Es mussten sich vor allem Männer aus der Baubranche und den Außenberufen arbeitslos melden», erläuterte der Chef der Regionaldirektion. Es seien auch Verträge von Saisonkräften nach dem Weihnachtsgeschäft im Handel und im Gastgewerbe ausgelaufen. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr - im Januar 2022 gab es 59.000 Arbeitslose in Thüringen - sei aber vor allem auf die Betreuung der Menschen aus der Ukraine zurückzuführen.

Nach Einschätzung von Behrens ist die Zurückhaltung der Arbeitgeber bei Neueinstellungen auf Kostendruck, aber auch die unsichere geopolitische Lage zurückzuführen, die die Investitionsneigung und damit neue Arbeitsplätze bremsten. Hinzu kamen im Januar etwa 100 Anzeigen auf Kurzarbeit für 1900 Beschäftigte.

Die meisten Arbeitslosmeldungen von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten kamen im Januar aus der Industrie, dem Baugewerbe sowie aus dem Kfz-Gewerbe. Arbeitgeber meldeten 2700 neue Stellen, das waren 400 weniger als im Dezember und und 1400 weniger als vor einem Jahr. Jede fünfte Stelle kam aus der Zeitarbeit.

© dpa-infocom, dpa:230130-99-415333/5

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