Der abgesägte Erinnerungsbaum soll durch eine Neupflanzung ersetzt werden., © Anett Dremel/KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora/dpa/Archivbild
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Abgesägter Baum in KZ-Gedenkhain Mittelbau-Dora wird ersetzt

10.08.2022

Der am Sonntag entdeckte abgesägte Erinnerungsbaum für Häftlinge des NS-Konzentrationslagers Mittelbau-Dora soll durch eine Neupflanzung ersetzt werden. Nordhausens Oberbürgermeister Kai Buchmann (parteilos) habe die Pflanzung eines neuen Baumes zugesagt, teilte die KZ-Gedenkstätte am Mittwoch mit. Die Birke war im Gedenkhain für die Opfer des Lagers abgesägt worden. Dort waren 2011 insgesamt 53 Birken gepflanzt worden, um die Erinnerung an die Häftlinge wach zu halten.

Der betroffene Baum war nach Gedenkstättenangaben dem französischen KZ-Überlebenden Maurice Cadinot gewidmet, der im Sommer 1943 zur Zwangsarbeit für die deutsche Rüstungsindustrie zunächst nach Raderach bei Friedrichshafen am Bodensee und später nach Mittelbau-Dora verschleppt wurde. Anfang April 1945 wurde er von der SS auf einen Räumungstransport in das KZ Bergen-Belsen gezwungen und erlebte dort die Befreiung durch britische Truppen.

Erst vor wenigen Tagen waren an der Gedenkstätte des KZ Buchenwald in Weimar sieben Erinnerungsbäume für KZ-Opfer von Unbekannten abgesägt worden. Kurz darauf waren bei Schöndorf, einem nahe dem Lager gelegenen Ortsteil von Weimar, zwei Bäume umgeknickt und bei drei weiteren Rindenteile entfernt worden.

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