Nordhausen Zweiter Datenträgerspürhund bei der Thüringer Polizei

Foto: Redaktion
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Autor: LG | Datum: 03.05.2021
Kevin ist so ganz anders, als die anderen Polizeihunde bei der Thüringer Polizei - statt einem Schäferhund ist Kevin ein Border Collie und ist eher etwas verträumt statt Gewehr bei Fuß zu stehen. Kevin ist der erste Datenträgerspürhund in Thüringen - im vergangenen Herbst durfte ich Kevin besuchen - da war er gerade mit seiner Ausbildung fertig und mittlerweile hat er schon einige Einsätze erfolgreich gemeistert.

Er konnte USB-Sticks, Festplatten und Handys erschnüffeln und hat damit für seine menschlichen Kollegen wichtige Spuren gesichert. Die Arbeit mit Kevin klappt so gut, dass bei der der Thüringer Polizei jetzt noch ein zweiter Datenträgerspürhund ausgebildet wird und Kevin damit einen Kollegen bekommt, sagt eine Sprecherin der Landespolizeidirektion. 

Was genau die Hunde da riechen, ist nicht so ganz klar, denn für uns Menschen riechen die Datenträger eigentlich nach nichts - die Hundenase ist aber viel feiner und reagiert deshalb auf den speziellen Geruch der Technik.

Zudem gibt es bei der Landespolizei beispielsweise Hunde, die Drogen und Bargeld, Sprengstoff, Brandmittel oder auch Leichen riechen und damit aufspüren können. Um Hunde zu Spürhunden zu machen, wird in der Ausbildung der Tiere vor allem ihr Spieltrieb genutzt.

Seit einiger Zeit schon sind die Diensthunde so wichtig für die Thüringer Polizei, dass 2019 sogar ihre Altersversorgung verbessert wurde. Diensthundeführer, die die Tiere auch nach deren Ausscheiden aus dem Polizeidienst weiter behalten und pflegen, bekommen nun eine finanzielle Unterstützung vom Land für Futter und Pflege der Tiere in Höhe von 50 Euro pro Monat sowie die möglicherweise anfallenden Tierarztkosten ersetzt.

«Hundeführer und Diensthund waren ein Leben lang ein Team. Da dürfen wir dieses Band im Alter des Tieres nicht herzlos zerschneiden», hatte Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) zur Begründung der Regelung gesagt. Die bis dahin geltende Praxis sah ein deutlich bürokratischeres Verfahren vor, um Hundeführern die Möglichkeit zu geben, ihren Diensthund auch nach dessen Ausscheiden aus dem Dienst des Landes zu behalten.

Nach Angaben der Thüringer Polizei entscheiden die Hundeführer selbst, ob sie ihren Diensthund privat weiter halten wollen, wenn er aus dem Dienst scheidet - oder ob sie ihn abgeben. Viele Beamte betreuen ihren Hund aber weiter bis zu seinem Lebensende.