Hummelshain Zwangsversteigerung vom Schloss erneut geplatzt

Foto: Förderverein Schloss Hummelshain
Foto: Förderverein Schloss Hummelshain
Autor: CL | Datum: 16.06.2021
Die Zwangsversteigerung des vom Verfall bedrohten Jagdschlosses Hummelshain ist erneut geplatzt. Laut dem Amtsgericht Jena hat ein Gläubiger, der die für Mittwoch geplante Zwangsversteigerung des Kulturdenkmals beantragt hatte, 25 Minuten vor dem Termin seine Einwilligung zu deren Einstellung gegeben. Es war nach einem coronabedingten Ausfall im vergangenen Herbst bereits die zweite Absage der Zwangsversteigerung für das Schloss in privatem Besitz, das seit Jahren ein Sorgenkind der Thüringer Denkmalpflege ist.

Das Land hatte das Anwesen 1998 an ein inzwischen insolventes Privatunternehmen verkauft. Das Schloss ist in den Jahren danach immer mehr verfallen, weil es nicht wie vereinbart saniert wurde. Um die nötigsten Arbeiten kümmert sich seit vielen Jahren ein Verein. Die Thüringer Staatskanzlei hatte vergeblich versucht, eine außergerichtliche Einigung anstelle der Versteigerung zu erzielen. Der Verkehrswert der Immobilie wurde mit knapp 700.000 Euro angegeben.

Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff bezeichnete am Mittwoch sein Vertrauen in die Zusagen des Schlosseigentümers als "erschöpft". Laut dem Minister gibt es zwei Investoren, denen das Land vertraut. Sie stehen bereit, das Schloss zu kaufen. Hoff forderte den jetzigen Eigentümer auf, entweder endlich seiner Verpflichtung zum Erhalt des Kulturdenkmals nachzukommen oder den Verkauf zu ermöglichen. Der nächste Antrag für eine Zwangsversteigerung könnte in einem halben Jahr gestellt werden.