Thüringen Wieder mehr Ersatzfreiheitsstrafen

Symbolfoto: pixabay
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Autor: CB | Datum: 28.12.2021
Nach einem starken Rückgang im Corona-Jahr 2020 sind im laufenden Jahr wieder deutlich mehr Ersatzfreiheitsstrafen vollstreckt worden. Im laufenden Jahr wurden bis Ende November 1.441 Ersatzfreiheitsstrafen in Thüringen angetreten - und damit ähnlich viele wie im gesamten Jahr 2019, als 1.468 solcher Strafen durchgesetzt wurden. Das geht aus Zahlen des Thüringer Justizministeriums hervor. Zu einer Ersatzfreiheitsstrafe kommt es in der Regel, wenn Verurteilte eine Geldstrafe nicht bezahlen können oder wollen. Die Dauer der Inhaftierung richtet sich dabei nach den Tagessätzen der Geldstrafe, zu der der Betroffene verurteilt worden war. Häufig geht es dabei um Kleinkriminalität.

Im Jahr 2020 wurden nur 895 Ersatzfreiheitsstrafen vollstreckt. Als Grund für den starken Rückgang nannte das Justizministerium die Corona-Pandemie. Teils wurden diese Strafen unterhalb von 90 Tagessätzen nicht vollstreckt, um die Corona-Lage in den Gefängnissen nicht zu verschärfen. Im laufenden Jahr - ohne Dezember - saßen im Durchschnitt 131 Gefangene eine Ersatzfreiheitsstrafe in Thüringen ab. Im Jahr 2020 waren es 75 und im Jahr davor 122.

Nach Angaben des Thüringer Justizministeriums traten bis Ende November bisher 2.891 Menschen im Freistaat eine Haftstrafe an. Im gesamten Jahr 2.020 waren es 2896 und im Jahr davor 3.490.