Rhön Wasserqualität der Quellen gefährdet

Quellenforscher Stefan Zaenker nimmt an der Fulda-Quelle in Gersfeld eine Wasserprobe. Foto: dpa
Quellenforscher Stefan Zaenker nimmt an der Fulda-Quelle in Gersfeld eine Wasserprobe. Foto: dpa
Autor: PK | Datum: 09.11.2018

Die Rhön im Dreiländereck von Hessen, Bayern und Thüringen ist besonders reich an reinen Quellen. Doch die Biotope im Mittelgebirge werden zunehmend belastet, warnt der Quellen-Forscher Stefan Zaenker. Die Wasserquellen drohen an Qualität zu verlieren - und dafür gibt es mehrere Gründe.

Zum einen sind da die die Düngemittel der Landwirtschaft. Schadstoffe sickern in den Boden und belasten das Grundwasser. Das gibt Anlass zur Sorge", so Zaenker. Der Fuldaer untersucht mit seinem Team in Hessen und einem Netzwerk in den Nachbarländern die Quellen im Drei-Länder-Eck.

"Deutschland hinkt beim Gewässerschutz hinterher", hatte vorher schon die Umweltorganisation WWF kritisiert. "Quecksilber, Nitrat oder Infrastrukturprojekte setzen den deutschen Flüssen, Seen und Grundwasservorkommen zu." Auch der trockene Sommer und die allgemeinen Folgen des Klimawandels machten den Quellen zu schaffen.

Die Rhön ist besonders quellenreich und bedeutsam für die Wasservorkommen. Im thüringischen Teil des Mittelgebirges wurden schon über 540 Quellen entdeckt und dokumentiert. Sie sind nicht nur wichtig für das Grundwasser, sondern sind auch ein Refugium für die Fauna. 2157 Tierarten wurden in den Rhöner Quellen bereits nachgewiesen, wie Zaenker beziffert.
Einige davon seien weltweit einzigartig.