Bundesweit Warnstreiks im Nahverkehr

Symbolfoto: dpa
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Autor: PK | Datum: 25.09.2020
Fahren Sie normalerweise mit Bus oder Bahn zur Arbeit, dann sollten Sie für Dienstag schon mal umplanen. Ver.di ruft im Öffentlichen Nahverkehr zum Warnstreik auf. Los geht es direkt mit der Frühschicht, so die Gewerkschaft. Sie kämpft für einen einheitlichen Tarifvertrag für bundesweit 87.000 Beschäftigte.

Regionalzüge, Busse, Straßenbahnen, S-Bahnen: Geht es nach der Gewerkschaft, rollt etwa bei der Erfurter Verkehrs AG, im Jenaer Nahverkehr und auch bei der GVB in Gera gleich früh gar nichts. Heißt für viele Pendler: das Fahrrad oder Auto nehmen, Fahrgemeinschaften bilden - oder auch noch mal zurück ins Homeoffice, wenn der Chef mitspielt. 

Mit den gerade laufenden Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst hat dieser Warnstreik nichts zu tun. Im ÖPNV gelten Spartentarifverträge. Diese haben sich aus Sicht der Gewerkschaft im Laufe der Jahre in den einzelnen Ländern auseinanderentwickelt. Ver.di möchte sie durch eine bundesweite Regelung ergänzen. 

Die Arbeitgeberseite verurteilte die Ankündigung scharf. Der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Niklas Benrath, bezeichnete den Warnstreik als einen «Anschlag auf die Allgemeinheit». Es sei «unverantwortlich, gerade in dieser krisengeplagten Zeit - denken Sie nur an die eingebrochenen Fahrgastzahlen und Einnahmen bei den Nahverkehrsbetrieben - das gesamte Land nunmehr mit einer Streikwelle zu überziehen.»

Ähnlich argumentierte auch der Städte- und Gemeindebund, der die Aktionen als «verheerendes Signal» kritisierte. «Warnstreiks werden dazu führen, dass nur wenige Busse und Bahnen fahren, diese dann sehr voll sind und damit die Ängste der Nutzer zusätzlich erhöht werden», sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der Funke-Mediengruppe.