Thüringen Vereine kämpfen mit 2G

Eine Sporthalle. Symbolfoto: Pixabay.
Eine Sporthalle. Symbolfoto: Pixabay.
Autor: LG | Datum: 23.11.2021
Eigentlich ist das jetzt gerade die Zeit in der viele Kinder, Jugendliche oder auch Erwachsene zum Training gehen - die hohen Corona-Zahlen machen aber auch vorm Vereinssport nicht Halt. Für Erwachsene gilt im Training 2G. 

Der BSC Aufbau Apolda hat das Training deshalb erstmal komplett eingestellt - Geimpfte Spieler und Trainer übernehmen das Kinder-Training, damit wenigstens das nicht auch noch ausfallen muss, haben wir vom BSC gehört. Anders siehts dagegen beim Unisportverein in Erfurt aus, sagt uns Geschäftsführerin Christina Sonnenfeld: "Viele unserer Sportler sind geimpft und können deshalb auch weiterhin trainieren. Einige Ungeimpfte haben aber auch schon gefragt ob es nicht ein Schlupfloch gibt um die Regeln zu umgehen. Da sagen wir aber ganz klar nein." PCR-Tests für die Trainer seien keine Option, meint Sonnenfeld. Die Kosten sind einfach zu hoch, das zahlt niemand um zum Sport zu gehen. 

"Für uns und die Vereine ist das keine einfache Situation.", sagt auch der Kreissportbund Nordhausen. Die neuen Regeln haben für Unmut und Unverständnis bei den Sportvereinen gesorgt - besonders der PCR-Test für ungeimpfte Trainer - das sei keine ernsthafte Alternative, weil, unabhängig von den hohen Kosten, das Ergebnis oft erst nach 3 oder 4 Tagen da ist - der Test gilt aber nur für 48 Stunden. 

Bei den Tischtennisspielern von Post SV Mühlhausen läuft der Betrieb aktuell noch, hat uns Geschäftsführer Thomas Stecher gesagt: "Bei uns sind genug Spieler geimpft, damit wir den Trainings- und Spielbetrieb aufrecht erhalten können." Viel wichtiger ist aber die Jugendarbeit, meint Stecher: "Wenn wir da wieder in einen Sportlockdown gehen müssen, das wäre eine Katastrophe. Wir haben jetzt im Sommer und Herbst so viel jungen Zulauf bekommen. Das wäre schade, wenn sie alle wieder nicht mehr zum Training kommen können. Und wenn die Kinder einmal weg sind, kriegt man die auch nicht wieder zurückgeholt."Heute Abend setzt sich der Thüringer Tischtennisverband zusammen und entscheidet, wie es für die Vereine weitergehen soll.

Für den Tennis Club Blau Weiß Greiz ist das größte Problem, dass die Hallen des Vereins in Sachsen sind - und deshalb gesperrt. Anmieten in Thüringen ist nicht möglich, weil hier schon alles voll ist. Aber zumindest das Kindertraining in der Halle ist noch erlaubt, heißt es aus Greiz. Christina Poser vom Stadtsportbund Jena merkt vor allem die Corona-Müdigkeit bei allen: "Am Anfang dachte ja niemand, dass das so lange geht. Und jetzt müssen sich die Vereine immer wieder auf neue Regeln einstellen. Das geht an die Substanz." Wie sich das auf die Mitgliederzahlen auswirken wird, wird sich noch zeigen: "Wir bekommen zum neuen Jahr die aktuellen Zahlen aus den Vereinen. Nach der letzten Welle sind etwa 700 Leute abgesprungen. Das ist ne normale Fluktuation - aber wenn keine neuen Sportler dazu kommen, wird das ein Problem. Besonders im Jugendbereich konnten wir ja nur wenig machen. Da fehlt dann auch direkt der Nachwuchs." 

Beim Turnverein Gotha kommt 2G gar nicht gut an - hier kommen viele Mitglieder nicht mehr zum Training, weil sie nicht geimpft sind und auch wenn die Kinder und Jugendlichen eigentlich trainieren dürften, haben viele Eltern Angst wegen Corona und lassen ihre Kinder nicht mehr zum Training, heißt es vom Turnverein. Der Kreissportbund Schmalkalden-Meiningen hat vor allem mit ungeimpften Trainern zu tun, weil deshalb Trainings nicht stattfinden können. Der PCR-Test für die ungeimpften Trainer sei dabei keine Option - der gilt ja nur 48 Stunden. Teilweise dauert es aber länger bis das Ergebnis da ist, heißt es vom KSB. 

Der Landessportbund Thüringen befürchtet, dass viele Sportler jetzt aus den Vereinen austreten, wenn sie wegen 2G nicht mehr zum Sport gehen können. Nach der ersten Corona-Welle haben die Vereine in Thüringen fast 15.000 Mitglieder verloren.