Straußberg Vari Baby wird mit der Flasche aufgezogen

Foto: Silvio Dietzel
Foto: Silvio Dietzel
Autor: LG | Datum: 22.04.2021
Ein Tier ist ein full-time-Job - vor allem wenn es noch so klein ist wie das Affenbaby Floyd aus dem Affenwald in Straußberg. Chef Silvio Dietzel muss den Kleinen mit der Hand aufziehen: "Eigentlich wollte ich das ja nicht mehr machen. Aber irgendwie hat sich die Vari Mutter dieses Mal nicht gut gefühlt und hat die kleinen Äffchen aus der Wurfkiste geschmissen und draußen im Wald abgelegt."

Jeder Versuch Mutter und Babys wieder zusammenzubringen, ist gescheitert und Floyds Geschwisterchen hats nicht geschafft. Das kleine Vari Äffchen ist jetzt aber rund um die Uhr an Silvios Seite. "Ich nehme ihn mit zur Arbeit und da kriegt er eben jede Stunde die Flasche - auch nachts. Und deshalb kommt der Schlaf bei mir gerade ziemlich kurz. Jede Stunde will der kleine Fratz seine Milchration." 

Noch ein bis zwei Monate bekommt das Vari Baby die Flasche von Silvio. Dann wird schon mal ein bisschen Obstbrei zugefüttert. Die kleinen Affen naschen schon früh auch feste Nahrung, die Muttermilch gibts aber immer noch dazu das machen die in der Natur ja auch so, sagt Silvio. 

Die Entwöhnung geht aber schon früher los: "Das sind und bleiben wilde Tiere, ich will nicht, dass die zu einem Haustier werden und deshalb werden wir auch in ein paar Wochen anfangen, den kleinen wieder mit den anderen Affen zusammen zubringen. Immer erstmal nur für ne viertel Stunde, dann auch länger und je nach dem wie die anderen Affen reagieren, läufts dann wie im Kindergarten - man lässt den kleinen zurück und geht wieder nach Hause." 

Wenn Silvio in den Affenwald kommt, kommen aber alle seine Affen sofort zu ihm gelaufen und klettern auf ihm herum. "Die rücken dir nicht mehr von der Pelle." Besonders seine Handaufzuchten, die haben einfach eine ganz besondere Bindung zu ihrem "Affenpapa". In den vergangenen Jahren konnte er so 8 Affenbabys retten, die von ihren Müttern verstoßen wurden.