Friedrichroda Übergabe von Schloss Reinhardsbrunn verzögert sich

Schloss Reinhardsbrunn. Foto: pixabay
Schloss Reinhardsbrunn. Foto: pixabay
Autor: PK | Datum: 12.07.2019
Eigentlich sollte Schloss Reinhardsbrunn am Montag offiziell an das Land Thüringen gehen. Im letzten Moment aber ist die geplante Übertragung des enteigneten Denkmals in Friedrchroda (Kreis Gotha) geplatzt. Einer der Grundschuldinhaber hat Rechtsmittel beim Landesverwaltungsamt eingelegt, teilte die Staatskanzlei in Erfurt mit. Die Behörde hatte Ausführung der Enteignung angeordnet-

Durch den Schritt des Gläubigers verzögert sich die Übertragung des vom Verfall bedrohten Schlosses im Thüringer Wald auf unbestimmte Zeit. Das Landesverwaltungsamt hatte den Besitzer von Reinhardsbrunn vor einem Jahr enteignet, um das Schloss vor dem weiteren Verfall zu bewahren. Laut Regierungssprecher Günter Kolodziej muss jetzt das Landgericht Meiningen entscheiden. Offen ist aber, wann das passiert. Damit sei auch der Zeitrahmen für die Übertragung des Schlosses an den Freistaat nicht absehbar, so Kolodziej.

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) äußerte sein Unverständnis über das Vorgehen des Gläubigers. "Natürlich steht in unserer Gesellschaft jedem Bürger die Inanspruchnahme juristischer Mittel zur Durchsetzung seiner Interessen zu", erklärte er. Ramelow nannte es aber "mehr als befremdlich, wenn nach jahrelangem Verfall ausgerechnet jetzt versucht wird, die dringend erforderlichen Rettungsmaßnahmen für Schloss Reinhardsbrunn zu blockieren." Dies sei "in hohem Maße verantwortungslos".

Laut Ramelow steht die rot-rot-grüne Landesregierung weiter zu ihrer Zusage, die Summe von 1,9 Millionen Euro für die Notsicherung des Schlosses zur Verfügung zu stellen. Reinhardsbrunn ist einer der Kandidaten für die geplante neue mitteldeutsche Schlösserstiftung von Thüringen und Sachsen-Anhalt.