Autofahren im Alter Training kann Sicherheit erhöhen

Symbolfoto: pixabay
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Autor: PK | Datum: 14.10.2021
Vor allem wenn Sie auf dem Land wohnen, kennen Sie das. Sie brauchen ihr Auto, um zum Beispiel aus Benshausen, Ettersburg, Zella oder auch Großvargula zum Arzt zu kommen, einkaufen, die Enkel besuchen. Ohne Auto sind Sie schnell abgeschnitten. Aber wie ist das eigentlich, wenn man älter wird? Gibt es einen Zeitpunkt, da sollte man seinen Führerschein besser abgeben? Eine schwierige Diskussion. Und das Alter allein sagt ja auch gar nichts über Ihre Fahrtauglichkeit aus.

Deshalb der Rat vieler Fahrschulen oder auch des ADAC: Lassen Sie doch von Zeit zu Zeit mal ihre Fahrtauglichkeit überprüfen. Wie gut kennen Sie noch die Regeln? Gibt es persönliche Schwachpunkte, die vielleicht auch durch die jahrelange Routine entstanden sind?

Viele Fahrschulen in Thüringen bieten spezielle Fahrstunden für Senioren an. Oder Sie buchen über den ADAC einen solchen "Fahrfitnesscheck". Nicht um Sie aus dem Verkehr zu ziehen, sondern um mal zu gucken, was klappt eigentlich noch wie sicher, erklärt Cornelius Blanke, Sprecher des ADAC Hessen-Thüringen. 45 Minuten fahren die älteren Leute begleitet von einem Fahrlehrer. Dieser wertet am Ende aus, was vielleicht nicht mehr so gut klappt. Alles was bei dem "Check" rauskommt, sind persönliche Tipps, wie z.B. der richtige Schulterblick oder vielleicht auf weite Strecken zu verzichten, nicht mehr bei Schnee oder Dunkelheit zu fahren. Rechtlich relevant ist das alles nicht, sagt Blanke. Es geht um Ratschläge, um die Straße für alle sicherer zu machen.

Um den Anforderungen des Straßenverkehrs gewachsen zu bleiben, bietet der ADAC Hessen-Thüringen außerdem spezielle Senioren-Trainings an. Hier wird in der Gruppe gelernt, Gefahrensituationen einzuschätzen, Notmanöver richtig auszuführen oder Einschränkungen beim Lenken zu kompensieren.

«Generell sind ältere Autofahrer besser als ihr Ruf», sagt Blanke. Obwohl Menschen über 65 Jahren rund 21 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachten, verursachten sie nur 15 Prozent aller Unfälle. Wenn sie aber in Unfälle verwickelt seien, fielen diese oft deutlich schwerwiegender aus. Eine regelmäßige Überprüfung der Seh- und Hörkraft sowie des Reaktionsvermögens seien daher wichtig - das gelte aber auch für jüngere Fahrer.