Thüringen Testpflicht an Schulen & Bußgeld

Testpflicht zum Schulstart am 6.09. für 2 Wochen. Foto dpa
Testpflicht zum Schulstart am 6.09. für 2 Wochen. Foto dpa
Autor: ES | Datum: 02.09.2021
Zum Schulstart kommt die Corona-Testpflicht für Kinder und Lehrer - zunächst für 2 Wochen, danach soll je nach Corona-Situation entschieden werden. Bei Verstößen drohen Bußgelder. Ungetestete Schüler sollen separat unterrichtet werden oder müssen in der Klasse einen "gesonderten" Platz einnehmen.

Das Regelwerk, das das Bildungsministerium verfasst hat, ist komplex. Ziel: Durchgehend Präsenzunterricht. Doch es gibt einige Hürden. Wir ordnen es für Sie ein.

Häufige Fragen und Antworten

Wie ist das jetzt am Montag zum Schulstart?
Es gibt wieder eine Testpflicht. Eltern, die ihre Kinder nicht testen lassen wollen, müssen mit einem Bußgeld rechnen.

Wie hoch ist das Bußgeld?
Die Höhe kann zwischen 60 und 250 Euro liegen. Das Vergehen soll als Ordnungswidrigkeit eingestuft werden. Das gelte aber nicht für Eltern geimpfter oder genesener Kinder und Jugendlicher.

Muss mein Kind jetzt einen negativen Test mit in die Schule bringen?
Nein, es wird auch in der Schule getestet.

Wie viele Tests haben die Schulen denn?
Aktuell gibt es nach Angaben des Bildungsministeriums rund 928 000 Tests, die an den Schulen verwendet werden können. Weitere 500 000 Tests werden derzeit ausgeliefert. Außerdem sollen noch einmal rund 1 Million Tests ab Mitte September geliefert werden.

Wie lange soll die Testpflicht dauern?
Zunächst zwei Wochen. Danach soll es diese Pflicht nur in der höchsten Corona-Warnstufe 3 geben.

Was passiert nach der 2-Wochen-Testpflicht?
Dann wird nach den Frühwarnstufen entschieden. Ab Warnstufe 1 freiwillige Corona-Tests.
Ab Stufe 2 separate Lerngruppen für ungetestete Schüler.
Ab Stufe 3 gilt die Testpflicht wieder.

Wie errechnet sich die Warnstufe 3?
Ausschlaggebend für das Erreichen einer Warnstufe ist in Thüringen neben der Sieben-Tage-Inzidenz unter anderem auch die Belegung der Intensivbetten in Krankenhäusern sowie die thüringenweite Auslastung der Intensivstationen. Die neue Verordnung einfach erklärt.

Mein Kind ist nicht getestet - wie wird es unterrichtet?
In den ersten zwei Wochen und später in höheren Warnstufen sollen die ungetesteten Schüler in separaten Lerngruppen unterrichtet werden, wenn die Schule das leisten kann (Räume/Lehrer).
Geht das nicht, müssen die Schüler trotzdem in der Schule unterrichtet werden.
«Die werden im Unterricht, in der Klasse integriert, müssen eine Maske tragen und möglicherweise auch dann einen gesonderten Platz einnehmen», so das Bildungsministerium.

Wie war das im letzten Schuljahr?
Auch im letzten Schuljahr gab es schon eine Testpflicht. Danach durften Schüler ohne Test erst gar nicht die Schule betreten. Diese Testpflicht mit Betretungsverbot wurde im Juli 2021 in ein Testangebot umgewandelt. Allerdings muss man auch wissen, dass nur sehr wenige Schüler sich nicht haben testen lassen.

Und Lehrermangel?
Zu Beginn des Schuljahres seien laut Ministerium zwischen 100 und 300 Lehrerstellen noch unbesetzt. Unsere Recherche hat ergeben, gerade auf dem Land fehlen die Lehrer. Dort wirken sich die Fehler der 90er Jahren immer noch aus.

Impfstand?
In der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen haben in Thüringen derzeit 20,6 Prozent mindestens eine erste Impfung erhalten. Für Unter-Zwölfjährige gibt es derzeit noch gar keinen zugelassenen Impfstoff.

Kontakt/Fragen

Telefon 0800 5 55 25 50
WhatsApp 01579 238 3000
E-Mail studio@antennethueringen.de

 

Warnstufe 1

  • Mehr Tests in Gaststätten, bei Veranstaltngen in geschlossenen Räumen, im Fitnessstudio, Schwimmhalle & Sporthalle sowie Saunen und ähnliche Angebote.
  • In Hotel muss der Urlauber sich bei Anreise und zwei Mal pro Woche testen.
  • Kontaktbeschränkungen bei privaten und öffentlichen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen.
  • Ausgenommen von den Maßnahmen sind Genesene und Geimpfte.

Leitindikator: von 35,0 bis 99,9
Schutzwert: von 4,0 bis 6,9
Belastungswert: von 3,0 % bis 5,9 %

Warnstufe 2

  • Strengere Kontaktbeschränkungen in geschlossenen Räumen und bei  öffentlichen und privaten Veranstaltungen.
  • Ausweitung der Maskenpflicht an Orten, an denen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.
  • Maskenpflicht in den Schulen für Schüler und Lehrer ab Klasse 7. Ausgenommen ist der Schulsport & Schwimmunterricht.

Leitindikator: von 100,0 bis 200,0
Schutzwert: von 7,0 bis 12,0
Belastungswert: von 6,0 % bis 12,0 %

Warnstufe 3

  • Weitere gezielte Eindämmungsmaßnahmen sind möglich (Maßnahmen wie in früheren Corona-Verordnungen: Verschärfung Kontaktbeschränkungen, Ausgangssperren, Homeoffice).
  • Schließungen von Einrichtungen und Angeboten werden in Absprache mit dem Land geprüft und ggf. erlassen.