Erfurt / Weimar / Eisenach Städte wollen Weihnachtsmarkt-Verbot nicht akzeptieren

Lange Schlangen am Einlass zum Erfurter Weihnachtsmarkt. Foto: dpa
Lange Schlangen am Einlass zum Erfurter Weihnachtsmarkt. Foto: dpa
Autor: CL | Datum: 23.11.2021
Nachdem die Thüringer Landesregierung angekündigt hat, aufgrund der steigenden Corona-Infektionszahlen auch die Weihnachtsmärkte schließen zu wollen, regt sich in Erfurt, Weimar und Eisenach Widerstand. Geimpfte und Genesene können seit Montag in der Eisenacher Innenstadt über den Weihnachtsmarkt bummeln, seit Dienstag auch in Weimar und Erfurt - und so solle es auch bleiben, sagten die Oberbürgermeister der drei Städte.

Die Entscheidung, die Märkte zu verbieten, sei «nicht nachvollziehbar» und von «Aktionismus getragen». Nicht nur, dass der Glühwein sich unter freiem Himmel und Beachtung der 2G-Regel bei niedrigerem Infektionsrisiko trinken lasse. Auch müsse man bedenken, dass die Menschen sich in ihre privaten Räume zurückzögen, wenn ihnen das Angebot genommen werde.

Es erschließe sich zudem nicht, warum etwa Weihnachtsfeiern in geschlossenen Räumen nach der neuen Verordnung weiter stattfinden könnten. Man gehe daher aktuell «die Möglichkeiten, die das Gesetz hergibt», durch, um an der Planung, deren Umsetzung bis vor einer Woche zugesagt wurde, festhalten zu können. Von Umbenennung bis Klage prüfe man aktuell alle Optionen. Tatsächlich könnte es schon reichen, den Weihnachtsmarkt einfach in Wintermarkt umzubenennen. Laut der geplanten Landesverordnung sind Weihnachtsmärkte strikt untersagt, aber andere Veranstaltungen, die draußen stattfinden, können unter 2G-Bedingungen mit bis zu 1000 Besuchern stattfinden.

Der Verband reisender Schausteller mit Sitz in Erfurt ist fassungslos, dass die Buden dicht machen sollen. Zum einen seien Ansteckungen im Freien äußerst selten und Innenstadthändler könnten weiterhin Bratwürste, Fischbrötchen oder Glühwein «to go» aus dem Fenster verkaufen. Die Schausteller verlangen eine Entschädigung, sollten die Märkte wirklich abgesagt werden. Die verlangt auch Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein von der Landesregierung.