Thüringen Schausteller mit Hoffnungen auf Weihnachtsmärkte

Archivfoto: Redaktion
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Autor: CB | Datum: 15.11.2021
Der Duft von gebrannten Mandeln. Dazu eine Tasse Glühwein oder Punsch, die von innen wärmt. Ein bisschen sündigen beim Apfel mit Schokolade überzogen und aus den Boxen Weihnachtslieder. Genau auf dieses besondere Weihnachtsmarktfeeling haben sich viele in diesem Jahr wieder gefreut. Allerdings ist die Stimmung nicht mehr so optimistisch wie noch im Sommer. Städte wie Jena, Sonneberg, Altenburg oder Schmölln haben ihre Märkte schon abgesagt, aber noch nicht überall sind die Lichter aus. Nordhausen, Weimar, Mühlhausen und auch Erfurt planen zum Beispiel noch mit ihren Weihnachtsmärkten. Dementsprechend unterschiedlich ist auch die Stimmung bei den Schaustellern, hat und Michael Bang im ANTENNE THÜRINGEN Interview erzählt. Er ist der Vorsitzende vom Schausteller Fachverband Thüringen und sagt: „Da, wo es noch keine Absagen gibt, ist die Stimmung auch relativ gut. Anders siehts bei denen aus, die wissen, dass es auch in diesem Jahr wieder keine Märkte geben wird."

Dennoch ist die Planung nicht einfach. Zu Schaustellern zählen nicht nur die, die ihre Fahrgeschäfte, das Riesenrad oder Losbuden aufbauen. Schausteller sind oft auch Menschen in den Imbissständen auf dem Markt und für die ist das Ganze besonders knifflig. Keiner weiß, ob und wie lange der Weihnachtsmarkt wirklich stattfinden kann. Immer wieder muss damit gerechnet werden, dass wegen der angespannten Coronalage von heute auf morgen alles vorbei sein kann. Demnach weiß auch keiner, wie viele Süßigkeiten beispielsweise er kaufen soll. Wer zu viel kauft läuft Gefahr, dass das Zeug schlecht wird. Wer zu wenig kauft, muss aufpassen, dass nicht irgendwann alles alle ist. Bang sagt weiter, dass vielen diese „Eierei" der Politik auf die Nerven geht. Es hat einfach zu lange gedauert, klare Grenzen zu setzen. Schon vor Wochen war klar, dass die aktuelle Corona-Verordnung in Thüringen ausläuft. Demnach hätte man schon vor Wochen Regeln für oder eben gegen einen Weihnachtsmarkt festzurren können.

Ob sich Schausteller in Thüringen gegen eine Schließung zur Wehr setzen, konnte Michael Bang vom Schausteller Fachverband Thüringen aktuell nicht sagen. Schausteller könnten das Land unter anderem auf Schadensersatz verklagen, weil durch kurzfristige Absagen erneut finanzielle Einbußen entstehen, die in vielen Fällen nicht mehr kompensiert werden können. Allerdings zeigt sich Bang diesbezüglich optimistisch. Er sagt, dass sowohl die Landes- als auch die Bundesregierung die Schausteller in der Coronapandemie unterstützt und nicht hängen lassen haben.