Thüringen Sammelstellen ersetzen die Apotheke

Vor allem Apotheken in kleineren Thüringer Orten schließen. Symbolfoto: pixabay
Vor allem Apotheken in kleineren Thüringer Orten schließen. Symbolfoto: pixabay
Autor: SB | Datum: 09.02.2019

Das Apothekennetz ist in Thüringen eigentlich dicht gestrickt. Doch mancherorts hat die einzige Apotheke dicht gemacht.
Und wird diese in zahlreichen kleinen Gemeinden Thüringens mit Sammelbriefkästen für Arztrezepte ersetzt. Nach Angaben der Landesapothekerkammer sind derzeit landesweit 79 solcher Sammelstellen in Betrieb.

In abgelegenen Regionen würden so Versorgungslücken für auf Medikamente angewiesene Menschen geschlossen, sagte der Geschäftsführer der Landesapothekerkammer, Danny Neidel. Unter anderem in Ziegenrück (Saale-Orla-Kreis), Großfahner (Landkreis Gotha) und Kirchheilingen (Eichsfeldkreis) fanden sich keine Nachfolger für die Übernahme der bislang dort existierenden Apotheken. «Natürlich wäre eine Apotheke vor Ort besser, aber wenn das nicht möglich ist, ist eine Rezeptsammelstelle besser als gar keine Versorgung«, so Neidel.

Die Sammelbriefkästen werden von Apotheken größerer Orte betreut. Deren Angestellte leeren die Briefkästen täglich, prüfen die Rezepte und liefern die Arzneien in der Regel noch am selben Tag direkt bei den Patienten ab. Aus Apothekersicht funktioniert das Prinzip Rezeptsammelstelle besser als die von der Branche seit Jahren kritisch beäugten Online-Apotheken.

Es wird damit gerechn et, dass die Zahl der Rezeptsammelstellen in Thüringen in Zukunft steigen könnte. Bereits jetzt sei der jahrelange Boom bei der Gründung von Apothekenzweigstellen in Thüringen abgeflaut. Eine Apotheke benörige ein Einzugsgebiet mit rund 4.000 Einwohnern, hieß es - zusätzlich approbierte Apotheker und pharmazeutisches Personal .