Weimar Rund 1.000 Menschen beim Christopher Street Day

Symboltfoto: pixabay
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Autor: CB | Datum: 19.09.2021
Hunderte Menschen sind beim Christopher Street Day (CSD) in Weimar für Toleranz und Vielfalt auf die Straße gegangen. Die Veranstalter sprachen von rund 1.000 Teilnehmern und Teilnehmerinnen, die Polizei von einer niedrigen vierstelligen Zahl. "Das war weit über dem, was wir erwartet hatten, und zeigt, dass viele vor der Bundestagswahl noch mal ein Zeichen setzten wollten", sagte Matthias Gothe vom CSD-Team. Ein großes Thema der Demonstration sei die internationale Solidarität mit Lesben, Schwulen, Transgender, Intersexuellen und Queers in aller Welt gewesen. Vergangene Woche erst sei der polnische Außenminister im Rahmen des Weimarer Dreiecks in der Klassikstadt empfangen worden. "Das ist das Land, in dem LGBTIQ-freie Zonen eingerichtet wurden. Da müssen wir aufstehen." In anderen Ländern stünde auf Homosexualität auch immer noch die Todesstrafe. Auch der Landeshaushalt beschäftigt die Szene. Dieser wird in Thüringen voraussichtlich erst im Februar entschieden. Für etliche Projekte sei das aber zu spät, sagte Gothe. Sie seien von Geldern der öffentlichen Hand abhängig und könnten sich eine Zwischenfinanzierung nicht leisten. So berichtete er vom neuen Queeren Zentrum in Erfurt, das seine Mitarbeiter wohl zum 31. Dezember zunächst entlassen müsse. In Thüringen hatten zuletzt etwa in Altenburg und Jena Demonstrationen zum Christopher Street Day stattgefunden. In Erfurt ist am 9. Oktober eine Parade geplant. Die Thüringer CSD-Bündnisse arbeiten eng zusammen und haben unter anderem einen gemeinsamen Forderungskatalog erarbeitet.