Hildburghausen Ruhige Nacht - Landrat unter Polizeischutz

Ein Hinweisschild zur Maskenpflicht auf dem Wochenmarkt steht am Marktplatz der Stadt Hildburghausen. Foto: dpa
Ein Hinweisschild zur Maskenpflicht auf dem Wochenmarkt steht am Marktplatz der Stadt Hildburghausen. Foto: dpa
Autor: PK | Datum: 27.11.2020
Nach umstrittenen Protesten gegen einen strengen Lockdown im Landkreis Hildburghausen hat die Kreisstadt Hildburghausen eine ruhige Nacht erlebt. Keine besonderen Ereignisse, heißt es heute früh von der Polizei. Landrat Thomas Müller steht seit gestern unter Polizeischutz. Er war vorher in den sozialen Medien beleidigt und bedroht worden und habe Anzeige erstattet, sagte ein Sprecher.

Die Drohung stehe «mutmaßlich im Zusammenhang mit der Corona-Schutzverordnung». Die Kriminalpolizei Suhl bearbeite den Fall. In einem mittlerweile gelöschten Facebook-Post stand nach Medienberichten: «Müller, du dummes Schwein. Nimm Dir einen Strick und häng Dich weg». Ein Kommentar dazu wird ebenfalls zitiert: «Ich glaube es ist besser, wenn wir ihm dabei helfen».

Müller hatte die Proteste gegen den strengen Lockdown in Hildburghausen als unverantwortlich kritisiert. Hunderte Menschen, die am Mittwochabend durch die Südthüringer Stadt gezogen seien, hätten nicht nur sich, sondern auch andere gefährdet, sagte der CDU-Politiker.

Mit inzwischen 630 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche hat der Landkreis bundesweit den mit Abstand höchsten Inzidenzwert. Um die Infektionswelle zu brechen, gelten seit Wochenmitte für die rund 63.000 Einwohner im Kreisgebiet drastische Beschränkungen: Sie dürfen bis zum 13. Dezember ihre Wohnungen nicht mehr ohne triftigen Grund verlassen, Schulen und Kindergärten wurden geschlossen.