Corona-Krise Polizei sieht keinen Anstieg von Gewalt in Familien

Eine Frau versucht, sich vor der Gewalt eines Mannes zu schützen (gestellte Szene). Foto: dpa
Eine Frau versucht, sich vor der Gewalt eines Mannes zu schützen (gestellte Szene). Foto: dpa
Autor: PK | Datum: 12.07.2020
Gewalt in der Familie trifft vor allem Frauen und Kinder. Wegen der Einschränkungen in der Corona-Krise war die Befürchtung groß, dass sich solche Gewalttaten häufen. In Thüringen hat sich die Sorge aus Sicht der Polizei aber nicht bewahrheitet.

Weder in der Polizeistatistik noch in der Belegung von Frauenhäusern und Schutzwohnungen sei seit Beginn der Pandemie ein größerer Anstieg der Fälle häuslicher Gewalt zu beobachten, sagte die Sprecherin der Landespolizeidirektion, Antje Weißmann. Wenn es zu solchen Gewalttaten gekommen sei, seien die Polizisten konsequent eingeschritten. Die Polizei habe von Beginn der Krise an das Risiko einer Zunahme solcher Gewalttaten im Blick gehabt und in ihren Konzepten berücksichtigt.

Als einen Grund dafür, dass es wohl nicht zu mehr Gewalt in Familien gekommen ist, nannte Weißmann die Art der Einschränkungen. «In Thüringen hat es zu keiner Zeit Kontaktverbote oder einen kompletten Lockdown gegeben.» Stattdessen wurde auf Kontaktbeschränkungen gesetzt. So sei es stets möglich gewesen, unter Beachtung bestehender Auflagen die Wohnung zu verlassen oder Hilfe zu suchen.

Laut Polizei wurden 2018 in Thüringen etwa 2900 Fälle häuslicher Gewalt registriert, 2019 waren es etwa 2300. Zahlen für dieses Jahr gibt es noch nicht. Opfer häuslicher Gewalt sind meist Frauen und Kinder. Um einzuschreiten, können Polizisten die Gewalttäter der Wohnung verweisen - selbst wenn er oder sie dort wohnt.