Thüringen NGG beklagt Mangel an Tarifverträgen

In Thüringen werden Servicekräfte in der Gastronomie kaum noch nach Tarif bezahlt. Symbolfoto: pixabay
In Thüringen werden Servicekräfte in der Gastronomie kaum noch nach Tarif bezahlt. Symbolfoto: pixabay
Autor: SB | Datum: 15.05.2019
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten beklagt einen eklatanten Mangel an Tarifverträgen in Thüringen. So bezahle zum Beispiel in der Stadt Erfurt ein Großteil der rund 6.100 Betriebe mittlerweile nicht mehr nach Tarif, erklärte Jens Löbel, Geschäftsführer der NGG-Region Thüringen. Auch in Gera träfe dies auf 2.600 Betriebe zu, in Suhl auf 1.100, wie Löbel unter Berufung auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit sagte. Für die Arbeitnehmer bedeute dies schlechtere Bezahlung, längere Arbeitszeiten und weniger Urlaub.

Das habe aber auch Folgen für die Unternehmen selbst, warnte der Gewerkschafter: «Tariflose Firmen haben in puncto Motivation und Produktivität der Mitarbeiter meist schlechtere Karten. Auch die Suche nach Fachkräften fällt ihnen schwerer.» Er forderte die Firmen in der Region dazu auf, sich zur Sozialpartnerschaft und zur Mitbestimmung zu bekennen. Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) arbeiteten zuletzt 43 Prozent der Beschäftigten in Thüringen in einem Betrieb mit Tarifvertrag.