Kyffhäuserkreis Naturschutzgebiet "Hohe Schrecke" wird erstmal nicht erweitert

Unberührte Natur in der Hohen Schrecke. Foto: Redaktion
Unberührte Natur in der Hohen Schrecke. Foto: Redaktion
Autor: LG | Datum: 23.02.2021
Manchmal ist es besser einen Schritt zurückzugehen und dann wieder zwei nach vorn zu machen - das sagt Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund und meint damit den Verfahrensstopp in der hohen Schrecke. Eigentlich sollte das Naturschutzgebiet hier erweitert werden, in den vergangenen Wochen und Monat hat das aber für so viel Wirbel gesorgt, dass das Verfahren jetzt so keinen Sinn macht. 

Geplant war ursprünglich, das Naturschutzgebiet von jetzt 35 auf 68 Quadratkilometer zu erweitern - das geht aber nur, wenn so viele Partner wie möglich vor Ort an einem Strang zählen - nicht nur Naturschützer, sondern auch die Waldbesitzer, Jäger, Landwirte und die kirchenlichen Eigentümer. Mit allen will Siegesmund in einen angemessenen Austausch treten. Das ist in der aktuellen Situation wegen der Pandemie und ohne Dialog vor Ort einfach nicht möglich, meint Siegesmund. 

Also wird das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Bergbau das Verfahren später nochmal neu aufrollen, die Pläne öffentlich auslegen und umfassend darüber informieren. Die Stellungnahmen, die es schon jetzt gibt, gehen damit nicht verloren und werden in die Vorbereitung für das spätere neue Verfahren mit einbezogen.

Die Hohe Schrecke ist besonders schützenswert, hier leben Pflanzen und Tiere, die in ihrem Bestand bundesweit gefährdet sind. Es ist ein biologischer Hotspot, ein Gebiet von repräsentativer Bedeutung in Deutschland.