Thüringen Monitor für den Freistaat - DAS denken Thüringer wirklich

Das Thüringer Landeswappen. Foto: Pixabay
Das Thüringer Landeswappen. Foto: Pixabay
Autor: MR | Datum: 03.12.2019
Wie sieht der Thüringer die Lage im Freistaat wirklich?! Darüber klärt der Thüringen-Monitor auf - jährlich - schon seit 19 Jahren. Der Fokus in diesem Jahr lag auf der medizinischen Versorgung. Das Ergebnis ist widersprüchlich. Zwar sind etwa 80 Prozent grundsätzlich zufrieden mit der medizinischen Versorgung. Fast die Hälfte sagt aber auch: Es gibt zu wenige Fachärzte.

Wartezeiten für Termine dauern den meisten deutlich zu lang. Große Unterschiede gibt es dabei auch zwischen Stadt und Land. Deutlich wirds bei dem, was die Befragten fordern. Fast alle wollen mehr mobile Arztpraxen, mehr Hausärzte im ländlichen Raum und mehr medizinische Studienplätze. Außerdem sollen Pflegekräfte besser bezahlt werden. Selbst wenn das höhere Kassenbeiträge bedeuten würde.

In vielen Punkten zeichnet die Befragung der Schiller Uni Jena ein widersprüchliches Bild. Auch was das politische Denken angeht.

90 Prozent glauben, dass die Demokratie "die beste aller Staatsideen ist". Gleichzeitig sagt aber auch über ein Viertel: "Der Nationalsozialismus hatte auch seine guten Seiten." Knapp die Hälfte (45 Prozent) glaubt: Die DDR hatte mehr gute als schlechte Seiten. Als "besorgniserregend" stuft die Studie die Haltung der 18-24-jährigen Thüringer ein. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich deren Zustimmung zu antisemitischen Aussagen fast verdoppelt (jetzt 16 Prozent). Die Nazizeit wird zudem mehr verharmlost. Auch die Zustimmung zur Überlegenheit der Deutschen ist auf einem Höchsstand, heißt es in der Studie. Diese Aussagen treffen besonders auf Thüringer mit geringerer Bildung und aus kleineren Dörfern zu.

Heute Mittag (13 Uhr) stellen die Wissenschaftler ihr Werk vor. 1.100 Wahlberechtigte wurden dafür befragt. Eine Regierungseklärung von Ministerpräsident Bodo Ramelow wird für den zwölften Dezember erwartet.