Thüringen Leichtere Abschlussprüfungen, keine Sitzenbleiber

Symbolfoto: dpa
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Autor: CL | Datum: 21.01.2022
Thüringens Schüler, die in diesem Jahr einen Abschluss machen wollen, können wegen der Corona-Pandemie auf Erleichterungen hoffen. Erste Pläne des Bildungsministeriums sehen je nach Schulart unter anderem eine Reduzierung von Prüfungen, mehr Auswahl bei den Aufgaben oder längere Vorbereitungszeiten vor, wie das Ministerium am Freitag mitteilte. Eine Abmilderungsverordnung, die es bereits in den zurückliegenden Corona-Jahren gab, soll voraussichtlich im März im Bildungsausschuss abschließend beraten werden, wie der Ausschussvorsitzende Torsten Wolf am Freitag sagte.

Bildungsminister Helmut Holter begründete die Pläne seines Ministeriums mit den Folgen der Corona-Pandemie auf den Schulbetrieb. Die Kultusministerinnen und Kultusminister von Bund und Ländern seien sich einig, dass die Schüler keine pandemiebedingten Nachteile haben sollten. «Abschlüsse und Abschlussprüfungen werden selbstverständlich als gleichwertig gegenseitig unter den Ländern anerkannt, ohne das Anspruchsniveau abzusenken», sagte Holter.

Die Pläne sehen vor, dass für qualifizierenden Hauptschulabschluss, Realschulabschluss und Besondere Leistungsfeststellung am Gymnasium nur drei statt vier Prüfungen von den Schülern verlangt werden.

Außerdem soll es beim Abitur eine längere Vorbereitungszeit geben, indem die Prüfungstermine nach hinten verschoben werden. Diese geänderten Termine stehen demnach bereits seit Beginn des Schuljahres fest. Auch sollen in vielen Prüfungsfächern wieder mehr Auswahlmöglichkeiten bei den Aufgaben möglich sein.

Geplant ist zudem, dass bis einschließlich nach der achten Klasse keinerlei Versetzungsentscheidung - also ob ein Schüler die Klassenstufen wiederholen muss - getroffen wird. Zugleich können aber bis zum 15. Juni Anträge gestellt werden, eine Klasse freiwillig zu wiederholen. Die Thüringer CDU-Fraktion nannte die automatische Versetzung in die nächste Klassenstufe «fatal». «Den Schulen wird schon wieder die Möglichkeit genommen, Konsequenzen daraus zu ziehen, wenn der Lernerfolg eines Schülers nicht ausreicht, um in der nächsthöheren Klassenstufe zu bestehen», erklärte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Christian Tischner. Keinem sei geholfen, wenn Lernrückstände von Jahr zu Jahr weitergeschleppt würden.