Roßleben Krokodil-Suche beendet

Die Unstrut bei Roßleben. Nach erfolgloser Suche und dem vergeblichen Auslegen von Futterködern wird die Suche nach einem Krokodil in dem Fluss eingestellt. Foto: dpa
Die Unstrut bei Roßleben. Nach erfolgloser Suche und dem vergeblichen Auslegen von Futterködern wird die Suche nach einem Krokodil in dem Fluss eingestellt. Foto: dpa
Autor: PK | Datum: 16.09.2020
Das Unstrut-Krokodil bleibt ein Phantom: Zehn Tage nach ersten Hinweisen auf das Reptil im Kyffhäuserkreis wird jetzt nicht weiter gesucht. Auch ein Experte, der letzte Nacht noch mal auf Spurensuche war, nichts gefunden, was die Existenz des Krokoldils beweisen würde. Ob es das Tier hier wirklich gab? Das ist wohl kaum noch zu klären.

Nur eine optische Täuschung?

Bei den Zeugenhinweisen kann es sich auch um optische Täuschungen hanedeln, sagt Alligatorexperte Heino Krannich, der bei der Spurensuche geholfen hat.. «Das Flussgebiet animiert dazu zu halluzinieren.» Das Bildmaterial von zahlreichen Anwohnern sei «so schlecht, dass es sehr viel Phantasie braucht, darin ein Krokodil zu erkennen.» Die Kreisverwaltung habe die Hinweise dennoch ernstgenommen, ergänzte die Landrätin. Es habe nicht nur einen, sondern drei Hinweise auf Sichtungen gegeben, zuletzt am Dienstag. «Wir müssen alles tun, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten.» Sollte es nach Einstellung der Suche neue Hinweise geben, werde man die Lage neu bewerten.

Wege und Fluss werden wieder freigegeben

Wegen des angeblichen Krokodils war der Uferbereich der Unstrut im Raum Roßleben gesperrt worden. Ab Morgen ist alles wieder frei. Auch Boote könne wieder in der Unstrut fahren, sagt die Landrätin des Kyffhäuserkreises, Antje Hochwind-Schneider.

Das Krokodil war vor zehn Tagen an der Unstrut bei Schönewerda aufgetaucht. Eine Pferdebesitzerin hatte berichtet, das Reptil gesichtet zu haben. Daraufhin hatten rund 80 Feuerwehrleute und Polizisten ein etwa zwölf Kilometer großes Flussgebiet erfolglos durchkämmt. Auch ein Versuch, das Krokodil mit einem Huhn am Ufer in eine Fotofalle zu locken, scheiterte. Ohne Erfolg blieb auch ein Lockversuch mit in den Fluss geschüttetem Rinderblut und einer Duftspur aus Lungenteilen. «Die Instinkte dieser Tiere sind so fein, da hätte ein Krokodil reagiert», sagte Krannich. Am Ufer gefundener Kot stammte laut Landratsamt nach nicht von einem Krokodil, sondern von einem Fuchs. Aus im Uferschlamm gefundenen Abdrücken ließen sich keine Rückschlüsse ziehen.

Zuerst war das Krokodil nach Zeugenhinweisen Ende August flussabwärts bei Laucha im Burgenlandkreis (Sachsen-Anhalt) gesucht worden. Die Unstrut ist ein Nebenfluss der Saale, in die sie bei Naumburg mündet.