Gerstungen (Warburgkreis) Kita-Gebühren hoch auf 300 Euro

Gerstungen sieht auch wegen Corona keinen anderen Ausweg.Symbolfoto: pixabay
Gerstungen sieht auch wegen Corona keinen anderen Ausweg.Symbolfoto: pixabay
Autor: AR | Datum: 31.07.2020
Wer will ein Sozialfall werden, der achteinhalb Stunden an die Arbeit geht. Nach der Fusion mit Marksuhl wollte Gerstungen (Wartburgkreis) eigentlich nur die Kindergartengebühren anpassen, damit Eltern in jeder Kita dasselbe bezahlen. Aber im Corona-Jahr ist das alles nicht so einfach. Und am Ende wurde es mehr, als manchen lieb ist.

Kurz zusammengefasst zahlen Eltern für ihr ersten Kind ganztags künftig rund 300 Euro pro Monat. Essengeld ist da schon dabei. Das hat der Gemeinderat gestern Abend beschlossen. Die neuen Gebühren wurden auf 2 Jahre festgesetzt. Dann wird neu gerechnet. In der Sitzung wurde aber auch deutlich, dass Gerstungen Corona bedingt 4,5 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen wegbrechen. Auch deshalb mussten die Kita-Gebühren erhöht werden. Selbst freiwillige Leistungen, wie Vereinsförderungen, Schwimmbad und Bibliothek stehen auf dem Prüfstand.

Bis in den späten Abend hatten Eltern vor der Gemeinderatsitzung demonstriert und auf das Ergebnis gewartet. Einige zeigten Verständnis. Andere nicht. Vor allem Alleinerziehende können sich 300 Euro im Monat nicht leisten. Sie stehen vor dem Weg ins Amt. Das wird ein schwerer Gang.