Quarantäne Keine Lohnfortzahlung für Ungeimpfte

Symbolbild: dpa
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Autor: PK | Datum: 22.09.2021
In der Corona-Krise müssen sich Nicht-Geimpfte im Herbst auf mehr finanzielle Erschwernisse gefasst machen. Für Verdienstausfälle wegen einer angeordneten Quarantäne soll es für die meisten spätestens ab 1. November keine Entschädigung mehr geben. Das beschlossen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern mehrheitlich. Greifen soll dies für alle, für die es eine Impfempfehlung gibt und die sich auch impfen lassen können. Ab 11. Oktober müssen außerdem Schnelltests, die etwa beim Zugang zu Restaurants oder Veranstaltungen zu nutzen sind, meist selbst bezahlt werden.

Werner: Wegfall der Entschädigung bei Quarantäne Ungeimpfter zu früh

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) hält den Wegfall von Entschädigungszahlungen im Quarantänefall von Ungeimpften für zu früh. «Ich hätte mir einen späteren Zeitpunkt gewünscht, um noch mehr Menschen durch Aufklärung und die richtigen Argumente von einer Impfung überzeugen zu können», erklärte Werner. Bei der Abstimmung heute habe sie sich enthalten.

Die Regelung an sich ist bereits im Infektionsschutzgesetz des Bundes angelegt. Werner betonte, dass dies auch umgesetzt werden müsse. «Dafür gibt es keinen Ermessensspielraum», erklärte sie. Abwägungsmöglichkeiten gebe es aber bei der Festlegung des Zeitpunkts, ab wann die Sonderregelung entfallen soll und jeder eine Chance hatte, sich impfen zu lassen.

«Dass der Bund jetzt diesen zeitlichen Druck aufbaut, halte ich für falsch», machte Werner klar. Die öffentliche Debatte habe gezeigt, dass eine solche Entscheidung als politischer Druck auf Ungeimpfte wahrgenommen werde. «Wir wissen aber, dass genau dieser Druck nicht Einsicht, sondern Abwehrreaktionen hervorruft.»