Thüringen Impfzentren kosten Millionen

Impfzentrum Nordthüringen in der Obereichsfeldhalle in Leinefelde. Foto: dpa
Impfzentrum Nordthüringen in der Obereichsfeldhalle in Leinefelde. Foto: dpa
Autor: PK | Datum: 16.06.2021
Miete für Räume, Honorare, andere Personalkosten: Der Betrieb von Corona-Impfzentren ist für Krankenkassenbeitrags- und Steuerzahler nicht billig. Auch deshalb wird über deren Zukunft diskutiert.

Allein in Thüringen hat der Betrieb der großen Impfzentren und regionalen Impfstellen schon mehr als 15,3 Millionen Euro gekostet. Diesen Betrag hat das Gesundheitsministerium für November bis Ende März errechnet. Rund 8,3 Millionen Euro entfallen allein auf das Personal. Gut eine Million Euro wurden für Mieten und Nebenkosten gezahlt. Weitere rund 5,4 Millionen Euro kamen an Sachkosten zusammen. Letztere umfassen etwa Ausgaben für die Einrichtung der Impfstellen, die seit Ende des vergangenen Jahres anfielen.

Der Weiterbetrieb der Impfzentren wird derzeit bundesweit kontrovers diskutiert. Heute berät die Gesundheitsministerkonferenz. Ein Impfarzt etwa bekommt pro Stunde, die er im Impfzentrum arbeitet, 175 Euro, sagt die Kassenärztlicher Vereinigung. Impfungen in Arztpraxen werden mit 20 Euro pro Patient vergütet. Hochgerechnet auf eine Stunde seien Corona-Impfungen in den Praxen unterm Strich nicht unbedingt kostengünstiger, hieß es.

Groß sind die Unterschiede bei den Raummieten. Teuer ist das Impfzentrum auf der Erfurter Messe, einer Landesgesellschaft. Dort sind von März bis Ende Mai rund 716.000 Euro Mietkosten angefallen. Die wesentlich kleinere Impfstelle im Helios Klinikum hingegen kostete im gleichen Zeitraum 2000 Euro Miete.

Die Länder tragen die Kosten für den Betrieb der Einrichtungen zur Hälfte; der Rest wird aus dem Gesundheitsfonds, in den Beiträge der gesetzlichen Krankenkassen sowie Steuermittel fließen, und von den privaten Krankenversicherungen finanziert. Der Bund hat den Ländern die Mitfinanzierung der Impfzentren bis Ende September zugesichert.

Nach Prognosen des Thüringer Hausärzteverbandes werden die Einrichtungen über diesen Zeitraum hinaus nicht mehr benötigt. «Bis Ende August sind die meisten Menschen, die es wollen, durchgeimpft», sagte der Verbandsvorsitzende Ulf Zitterbart. «Dann wird die Nachfrage spürbar sinken.» In Thüringen gibt es aktuell vier große Impfzentren in Erfurt, Gera, Meiningen und Leinefelde sowie 29 kleinere regionale Impfstellen. Laut KV sollen die Einrichtungen in Meiningen, Gera und Leinefelde Ende August wieder schließen.