Thüringen Impfstrategie steht

Symbolfoto: dpa
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Autor: PK | Datum: 01.12.2020
In einen Corona-Impfstoff setzen viele Menschen die große Hoffnung, die Pandemie endlich beherrschen zu können. Auch Thüringen bereitet sich vor, um schnell mit den Impfungen starten zu können, sobald ein Präparat auf dem Markt ist. Gesundheitsministerium und Kassenärztliche Vereinigung rechnen für Januar mit den ersten freiwilligen Impfungen.

Die wichtigsten Fakten zur Thüringer Impfstrategie.

Wer übernimmt die Impfung?

Landesweit 29 zentrale Impfzentren. Jeder Landkreis und jede kreisfreie Stadt erhält mindestens eines, die Städte Erfurt, Jena und Gera zwei. Die Anlaufstellen befinden sich entweder in den während der Pandemie eingerichteten Abstrichstellen oder in den Räumen des ärztlichen Bereitschaftsdienstes. Sie sollen werktags zwischen sechs und 12 Stunden geöffnet sein. Außerdem sollen zehn mobile Impfteams eingesetzt werden. Das Personal von Pflegeheimen und Krankenhäusern soll vor Ort geimpft werden - auch mithilfe von Betriebsärzten und niedergelassenen Ärzten.

Wann ist mit dem Start der Impfungen in Thüringen zu rechnen?

Das hängt davon ab, wann die ersten Impfdosen zur Verfügung stehen. Die Impfzentren sollen aber schon Mitte Dezember startklar sein - für den Fall, dass dann schon ein Impfstoff auf dem Markt sein sollte.

Mit wie vielen Impfdosen kann Thüringen vorerst rechnen?

Nach jetzigem Stand, der sich tagtäglich ändern kann, geht Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) zunächst von etwa 125 000 Impfdosen aus, sobald ein Impfstoff auf dem Markt ist. Damit könnten etwa 60 000 Menschen mit den zwei erforderlichen Einzelimpfungen versorgt werden.

Wer wird zuerst geimpft?

Es gibt Empfehlungen zur Rangfolge von Ständiger Impfkommission (Stiko), Deutschem Ethikrat und Nationaler Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Demnach sollen etwa Pflegebedürftige, vorerkrankte Menschen, medizinisches Personal vorrangig an die Reihe kommen, aber auch für das Funktionieren des gesellschaftlichen Alltags wichtige Berufsgruppen wie Polizisten oder Rettungskräfte. Eine endgültige Empfehlung der Stiko kann es aber erst dann geben, wenn klar ist, welcher Impfstoff zuerst auf dem Markt ist, weil die Präparate sich teilweise auch in ihrer Eignung für die einzelnen Altersgruppen unterscheiden können.

Wieso eigentlich zentrale Anlaufstellen? Können das nicht die Hausärzte machen?

Derzeit ist das noch nicht möglich. Das hängt mit den Ansprüchen an die Lagerung bei einem der erwarteten Impfstoffe zusammen. Dieser muss bei minus 80 Grad gekühlt werden. Praxen niedergelassener Ärzte verfügen meist nicht über solche speziellen Kühlmöglichkeiten. Der Impfstoff wird in Thüringen zentral in zwei streng bewachten Kühllagern aufbewahrt. Erst wenn ausreichend und in der Lagerung weniger anspruchsvolle Impfstoffe zur Verfügung stehen, sollen die Hausärzte eingebunden werden.

Wie sind die Impfzentren personell ausgestattet?

Laut der KV Thüringen werden für den Betrieb der Einrichtungen rund 360 ärztlich und nichtärztliche Beschäftigte benötigt, um zwei Schichten von Montag bis Freitag besetzen zu können. Bisher haben sich 500 Ärzte freiwillig für den Impfeinsatz gemeldet. Wöchentlich könnten etwa 29 000 Menschen geimpft werden.

Wie und ab wann bekommt man einen Impftermin?

Termine werden entweder online über die Website www.impfen-thueringen.de vergeben oder für Menschen, die nicht über einen Internetzugang verfügen, unter der Telefonnummer 03643-4950490. Wer einen Termin haben möchte, muss nachweisen, dass er einer vorrangig zu impfenden Bevölkerungsgruppe angehört.

Ist das jetzt schon möglich und kann man auch spontan ohne Termin zur Impfung kommen?

Zweimal nein. Erst dann, wenn ein Impfstoff verfügbar ist und die endgültigen Impfempfehlungen der Stiko feststehen, gibt es Termine und wird die Anmeldung über die genannte Website freigeschaltet. Und ohne Termin wird nicht geimpft.