Thüringen Holter drängt auf Kita-Gesetz-Umsetzung

Ausbildung soll für Erzieher attraktiver werden. Symbolfoto: pixabay
Ausbildung soll für Erzieher attraktiver werden. Symbolfoto: pixabay
Autor: PK | Datum: 15.05.2019
Mit Milliarden vom Bund soll die Betreuung in deutschen Kitas verbessert und Eltern bei den Gebühren entlastet werden. Doch damit das Geld fließen kann, sind 16 einzelne Verträge nötig. Thüringens Bildungsminister Bildungsminister Helmut Holter macht Druck. Der Bund habe das sogenannte "Gute-Kita-Gesetz" verabschiedet, jetzt müsse es auch im Alltag ankommen und umgesetzt werden". Das sagte Holter einen Tag vor der Jugend- und Familienministerkonferenz (JFMK). Thüringen hat hier den Vorsitz. Die Resortschefs der Länder tagen ab Morgen (Donnerstag) in Weimar. Auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) wird erwartet.

Über das Gute-Kita-Gesetz sollen bis 2022 rund 5,5 Milliarden Euro vom Bund in die Länder fließen. Allerdings müssen dafür mit jedem Land Vereinbarungen über die Verwendung des Geldes getroffen werden. Erst wenn alle 16 Verträge unter Dach und Fach sind, fließt das Geld. Unterschrieben ist bisher aber nur die Vereinbarung mit Bremen.

Nach den Erfahrungen Thüringens laufen die Verhandlungen mit dem Bund "reibungslos", betonte Holter. Er sei optimistisch, dass die Verträge noch in diesem Jahr geschlossen würden. "Denn alle sind daran interessiert, diese Gelder auch umzusetzen."

Mit dem Geld vom Bund können die Länder unter anderem Kita-Gebühren teilweise oder ganz abschaffen oder die Betreuungsqualität verbessern und für mehr Personal in den Einrichtungen sorgen. Außerdem startete der Bund eine Fachkräfteoffensive, um genügend Erzieher-Nachwuchs zu finden. Dafür sollen ab Mitte 2019 bis 2022 zusätzlich 300 Millionen Euro fließen.

In Thüringen soll mit dem Geld vom Bund im August ein Modell für eine stärker praxisorientierte Ausbildung starten, die nur noch drei Jahre dauern soll und vergütet ist. "Das heißt, wir kommen über diesen Weg
schneller zu Personal", sagte Holter. Man wolle mit der praxisorientierten Ausbildung zunächst Erfahrungen sammeln und dann entscheiden, ob die Ausbildung dauerhaft geändert werde. Dann wären am Am Ende aber auch die Träger in der Pflicht.