Thüringen Handwerk bangt um Nachwuchs

Fehlender Nachwuchs bereitet auch den Handwerkern Sorgen. Symbolfoto: pixabay
Fehlender Nachwuchs bereitet auch den Handwerkern Sorgen. Symbolfoto: pixabay
Autor: PK | Datum: 13.01.2021
Die Nachwuchsprobleme im Thüringer Handwerk verschärfen sich weiter. Schuld ist auch die Corona-Pandemie. Im Ausbildungsjahr 2020/21 sind nach Schätzungen etwa fünf Prozent weniger Azubis in den Betrieben gestartet, sagte der Geschäftsführer des Thüringer Handwerkstags, Thomas Malcherek. Sorgen macht er sich, dass es wegen des Lockdowns auch weiter weniger Angebote zur Berufsorientierung gibt.

Einige Ausbildungsbetriebe befürchten außerdem, dass nicht alle Berufsschulen ausreichend gut auf virtuellen Unterricht vorbereitet sind, so Malcherek. «Es besteht die Sorge, dass es zu Defiziten in der schulischen Ausbildung kommen kann.»

Zum Handwerk in Thüringen gehören knapp 30 000 Betriebe mit fast 150 000 Beschäftigten. Etwa jeder dritte Betrieb steht in den nächsten Jahren vor einem Generationswechsel an der Spitze.

Schwierig ist laut Malcherek die Situation der jungen Leute, die nach dreieinhalbjähriger Ausbildung Ende Januar ihre Gesellenprüfung ablegen. Das betreffe vor allem Metall- und Elektroberufe. «Auch oder gerade in schweren Zeiten brauchen Auszubildende eine klare Perspektive, wann sie ihre Lehrzeit abschließen und in den Beruf einsteigen können.»

Ein weiteres Problem sei, dass eine Reihe von Ausbildungsbetrieben wegen der Corona-Einschränkungen derzeit nicht arbeiten könne. Für sie gebe es das Programm «Ausbildungsplätze sichern» des Bundes. Die Voraussetzungen für die Zahlung von 3000 Euro pro Auszubildendem seien vereinfacht worden. Außerdem habe Thüringen seine Förderung bis zum Ende des Ausbildungsjahres 2020/2021 verlängert.

Laut Wirtschaftsministerium wurde der «Azubi-Zuschuss» für Unternehmen und Handwerksbetriebe, die coronabedingt von einer teilweisen oder vollständigen Schließung betroffen sind, zeitlich ausgeweitet. Unterstützt werden Ausbildungsbetriebe, die ihre Lehrlinge trotz der Krise halten und bestehende Ausbildungsverträge nicht kündigen. Dafür stehen laut Ministerium rund zwei Millionen Euro zur Verfügung.