Erfurt/Deutschland Grunderbe für 18-Jährige gefordert

Carsten Schneider, Ostbeauftragter der Bundesregierung. Foto: dpa
Carsten Schneider, Ostbeauftragter der Bundesregierung. Foto: dpa
Autor: CB | Datum: 12.05.2022
Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Carsten Schneider, sieht in einem Grunderbe eine mögliche Maßnahme gegen soziale Ungleichheit. "Eigentum zu bilden ist für einen Großteil der Bevölkerung nicht mehr möglich, gerade in den Metropolen. Ein Grunderbe wäre ein interessantes Instrument, um diese Entwicklung aufzuhalten und die Startchancen ins Berufsleben etwas gerechter zu gestalten", sagte der SPD-Politiker heute den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Ungleichheit wachse von Generation zu Generation. Das liege weniger am aktiven Einkommen als am Vermögenszuwachs. "Wer nichts hat, der kann nur schwer etwas zurücklegen und ein Vermögen aufbauen." "Wir laufen Gefahr, dass sich eine Rentiersgesellschaft, die von Erbschaften lebt, von der normalen Arbeitsgesellschaft abkoppelt", sagte Schneider.

Ein Grunderbe für alle 18-Jährigen würde Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zufolge bei einem Startkapital von 20.000 Euro rund 15 Milliarden Euro im Jahr kosten. "Ein solches Grunderbe könnte über eine höhere Erbschaftsteuer der oberen zehn Prozent finanziert werden. In Deutschland werden Millionenerbschaften zu gering besteuert", sagte Schneider.

Unterstützung für diesen Vorschlag bekommt Schneider vom Landesvorsitzenden der Thüringer SPD, Georg Maier. Der sagt, dass die Schere zwischen arm und reich immer größer wird. Hier müssen wir gegensteuern und etwas gegen die extreme Ungleichheit tun. Kritik dagegen hagelts vom Fraktionsvorsitzenden der CDU, Mario Voigt. Er meint: Der Ostbeauftragte solle sich lieber dafür einsetzen, dass die Rentner beim Entlastungspaket der Bundesregierung nicht hintenrunterfallen.