Thüringen Gefängnis-Mitarbeiter sollen früh geimpft werden

Symbolbild: dpa
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Autor: MR | Datum: 26.11.2020
Mitarbeiter in Thüringer Gefängnissen sollen mit als erste gegen Corona geimpft werden, das hat das Justizministerium mitgeteilt. Der Grund: Angestellte im Vollzug haben eine Schlüsselstellung, heißt es - und bei ihrer Arbeit Kontakt zu Angehörigen von Risikogruppen.

Die Bediensteten in den Thüringer Gefängnissen sollen zu den Gruppen gehören, die bei Verfügbarkeit eines Corona-Impfstoffs zuerst geimpft werden. Darauf hat sich Justizminister Dirk Adams (Grüne) mit seinen Ressortkollegen in der digitalen Herbstkonferenz der Justizminister verständigt, wie das Ministerium am Donnerstag in Erfurt mitteilte. Es habe große Einigkeit darin bestanden, «dass die im Vollzug Tätigen eine Schlüsselstellung bei der Erfüllung einer zentralen staatlichen Aufgabe innehaben.»

Die Beschäftigten in den Gefängnissen hätten bei ihrer Arbeit Kontakt zu Angehörigen von Risikogruppen und potenziell Infizierten. «Zudem darf nicht vergessen werden, dass nicht nur in Kliniken und Praxen, sondern auch in den JVA medizinisches Fachpersonal seinen Dienst verrichtet», erklärte Adams. Ungeachtet aller vorsorglich getroffenen Maßnahmen stellten die Gefängnisse aus Sicht der Justizminister potenzielle Infektionsorte dar. Viele Gefangene befänden sich in besonderen persönlichen Problemlagen, die auch Krankheiten und Sucht beinhalten könnten und das Risiko einer Erkrankung erhöhten.