Erfurt Finanzlücke gefährdet RWE-Spielbetrieb

"Der RWE ist noch lange nicht über den Berg", sagt Insolvenzverwalter Volker Reinhardt. Foto: Redaktion
"Der RWE ist noch lange nicht über den Berg", sagt Insolvenzverwalter Volker Reinhardt. Foto: Redaktion
Autor: KB | Datum: 11.10.2018

Neue Hiobsbotschaft für Fußballregionalligist Rot Weiß Erfurt: Der Verein braucht dringend Geld, sonst könnten schon in ein paar Wochen die Lichter im Steigerwaldstadion ausgehen. Trotzdem ist Insolvenzverwalter Volker Reinhardt optimistisch, den Karren doch noch aus dem Dreck zu bekommen.

Das Problem: es fehlt ein mittlerer sechsstelliger Betrag. Um den Spielbetrieb am Laufen zu halten, muss innerhalb kürzester Zeit Geld her. Dazu laufen aktuell neue Gespräche mit Sponsoren. Darüber hinaus sind natürlich alle gefragt, denen der RWE am Herzen liegt. So wollen Rot Weiß Fans Geld sammeln. Der RWE will dafür ein Extra-Konto einrichten. Darüber hinaus soll weiter die Ausgliederung der Profi-Mannschaft sowie der U19 vorangetrieben werden. Dafür wird auch schon nach Investoren gesucht und auch Fans sollen sich beteiligen können, indem sie wie bei einer Aktiengesellschaft Anteile kaufen.

Dass der Erfurter Verein weiter mit finanziellen Problemen kämpft, hat laut Reinhardt mehrere Gründe. Zum einen gab es zwar mündliche Zusagen von Sponsoren, Geld ist aber nie geflossen. Zum anderen spricht Reinhardt auch von einem hausgemachten Problem. "Der RWE hat es in der Vergangenheit einfach nicht geschafft, sich im Umfeld zu verankern und sich als fannaher Verein zu zeigen. Das fällt uns jetzt auf die Füße", meint Reinhardt und schlägt als Ausweg vor, den Verein komplett neu aufzustellen - und dass nicht nur wirtschaftlich. Der Verein muss auch ein Stück Demut zeigen und auf sein Umfeld zugehen. Das aber braucht Zeit und geht nicht von heute auf morgen. Als Frist setzt sich Reinhardt das Jahresende - bis dahin soll feststehen, ob der RWE noch zu retten ist - oder eben nicht. Dann müsste der Verein abgewickelt werden.

Die Erfurter stehen aber nicht nur vor einer finanziellen Herausforderung. Sportlich ist der RWE am Sonntag beim Ligakonkurrenten Wacker Nordhausen gefragt. Dann geht es um den Einzug ins Viertelfinale im Thüringenpokal.